Der Rennwagen im Stil der 30er-Jahre wird von einem Rolls-Royce-Flugzeugmotor angetrieben. Der Hubraum des Zwölfzylinders beträgt 27 000 Kubik oder 27 (!) Liter, die Leistung bewegt sich zwischen 800 bis 1000 Pferdestärken. «Da könnte was draus werden», dachte sich Louis Frey Ende 2003, als ihn ein Kollege auf den Rolls-Royce-Flugzeugmotor aufmerksam machte.

Er kaufte den Motor und später das Chassis von Gaggenau aus dem Jahr 1911, um ein Fahrzeug zusammenzubauen, wie es vor 80 Jahren auf Hochgeschwindigkeitsrennen über eine, 100 und 1000 Meilen gefahren wurde. «Der heutige Rekord über 1000 Meilen stammt noch immer von einem Fahrzeug mit eben einem solchen Motor», weiss Frey.

Zwischen dem Kauf des Motors und dem «Roll-out» am Samstag vergingen zehn Jahre, in denen weitere Komponenten zusammengetragen und viele Teile selbst hergestellt oder optimiert wurden. «3000 Stunden Arbeit», schätzt der Oldtimer-Spezialist, hat er in dieses Projekt gesteckt. Der erste Einsatz des brachialen Fahrzeugs wird am 10. Oktober am Jochpass-Rennen im Allgäu zu erleben sein.

Alte Schönheiten

Zur ersten Fahrt mit dem Rennwagen fuhren gegen 50 Oldtimerfreunde auch aus dem angrenzenden Ausland mit ihren alten Fahrzeugen nach Muri. Zeitweise war ein sehr reges Treiben rund um die Oldtimer-Werkstatt an der Aarauerstrasse. «Wir mussten teilweise sogar etwas improvisiert den Verkehr regeln», schmunzelt Frey.

Das älteste Fahrzeug stammt von 1899, ein Weber-Landolt, welcher seinerzeit in Menziken von Carl Weber-Landolt, dem Aargauer Autopionier, gebaut wurde. Ein Ford T wurde beispielsweise aus dem Glarnerland auf eigener Achse ins Klosterdorf gefahren, ein Armstrong Siddely aus München, ein Alvis aus Kempten.

«Schön war, dass viele ihre Fahrzeuge in epochegerechter Kleidung fuhren», freut sich der Garagist, dem nach dem Rennwagen-Projekt weitere Ideen im Kopf herumschwirren.