Freiamt
Ein Quäntchen Glück fehlte für das Happy End

Die Ringerstaffel hat den Heimkampf gegen den Schweizer Mannschaftsmeister Willisau unglücklich 15:20 verloren. In der Niederwiler Mehrzweckhalle erlebten 400 Zuschauer einen Ringerkrimi.

Wolfgang Rytz
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Vom Fussballfeld auf die Ringermatte: Der Benzenschwiler Gabriel Vollenweider zeigte eine starke Premiere in der ersten Freiämter Mannschaft.

Vom Fussballfeld auf die Ringermatte: Der Benzenschwiler Gabriel Vollenweider zeigte eine starke Premiere in der ersten Freiämter Mannschaft.

Wolfgang Rytz

Freiamt gegen Willisau ist seit Jahrzehnten Garant für spannende Ringerduelle. Der Rekordmeister startete schwach in die Saison. Aber trotz verletzungsbedingter Absenzen muss der Titelverteidiger nicht um die Halbfinalqualifikation zittern. Im Rivalenduell in Niederwil gings deshalb vor allem ums Prestige.

Gelungene Premiere

Weil bei Freiamt Teamstütze und Lokalmatador Randy Vock verletzt fehlte, rückte die Favoritenrolle ins Gästelager. Doch in der ersten Hälfte kämpften die Einheimischen über dem Soll. Gabriel Vollenweider glückte bei seiner Nationalliga-A-Premiere eine Überraschung. Im Greco-Duell bis 65 kg bezwang er Michel Portmann dank zwei mutigen Würfen 6:3. «Ich hatte nichts zu verlieren und konnte unbeschwert angreifen», strahlte der 20-jährige Benzenschwiler, der vor sechs Jahren vom Fussball zum Ringen gewechselt hatte.

Negativ zu Buche schlugen die Nuller von Reto Bürgisser und Schwinger-Ass Pascal Gurtner. Der zweite Schwinger im Freiämter Lager, Roman Zurfluh, verlor bis 97 kg Greco knapp. Dagegen blieb Nino Leutert auch in der achten Runde unbesiegt. Der Ottenbacher kontrollierte bis 57 kg Greco den körperlich stärkeren Roger Kunz. So lag Freiamt nach fünf Zweikämpfen nur 6:10 hinten.

In die Enge getrieben

Nach der Pause spitzte sich die Lage für das Team von Adi Bucher zu. Weder Rückkehrer Nico Küng noch Altmeister Christian Huwiler kamen in die Nähe eines Sieges. So wuchs der Rückstand auf 7:16 an. Gegensteuer gab die Freiämter Lebensversicherung Pascal Strebel. Der Olympiateilnehmer von 2012 punktete Sven Hirschi innert zweieinhalb Minuten aus. Beim Stande von 11:16 vor den letzten beiden Mattenduellen kehrte die Spannung zurück, und die Stimmung in der Mehrzweckhalle erreichte akustische Höchstwerte.

Jayan Göcmen geriet zwar bis 74 kg Greco gegen den leicht favorisierten Roger Heiniger 0:3 in Rückstand, ehe er in der Schlussminute das Blatt zu wenden schien. Doch kurz vor Ablauf der Zeit bestrafte der Kampfrichter einen Angriff des Freiämters mit einer Wertung für den Luzerner. Göcmen hatte die Kampffläche verlassen. Das Heimpublikum protestierte, die Luzerner Anhänger jubelten.

Zum Schluss brauchte Manuel Jakob gar noch Glück, um die Freiämter Niederlage auf 15:20 zu begrenzen. «Für einen Sieg hätte heute Abend alles stimmen müssen», kommentierte Adi Bucher den Ausgang. Willisaus Trainer Thomas Bucheli sprach hingegen von einer starken Leistung seiner Ringer.