Wohlen
Ein Prosit auf die Ortsbürger – und auf ihre Bäume

Die Wohler Ortsbürgergemeindeversammlung sagt Ja zur Durchführung des Neujahrsapéros und will die Bäume im Isler-Park geschützt wissen.

Christian Breitschmid
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Die Profilstangen stehen gefährlich nahe an der Stützmauer und an den Bäumen im östlichen Teil des Isler-Parks. Die Ortsbürger von Wohlen fürchten um den Erhalt der alten Bäume.

Die Profilstangen stehen gefährlich nahe an der Stützmauer und an den Bäumen im östlichen Teil des Isler-Parks. Die Ortsbürger von Wohlen fürchten um den Erhalt der alten Bäume.

Christian Breitschmid

Der Zankapfel fällt nicht weit vom Stamm. Es geht zwar im Disput zwischen den Wohler Ortsbürgern und dem Gemeinderat mehr um Eiben als um Apfelbäume, aber im Grunde wollen beide Parteien dasselbe: Sorge tragen zum Wohler Kulturerbe. Der Antrag von Walter Dubler, Vizepräsident der Stiftung Freiämter Strohmuseum Wohlen, verlangte vom Gemeinderat, dass dieser abkläre, mit welchen Massnahmen der Baumbestand im Ostbereich des Isler-Parks zu schützen wäre und dass er an der Ortsbürgerversammlung von Montagabend die entsprechenden Anträge stelle.

Gemeindeammann Arsène Perroud erklärte der Versammlung, dass extra eine Begleitgruppe eingesetzt wurde, um beim Bauprojekt der Firma Stach Investment AG, das zwei Mehrfamilienhäuser an der südöstlichen Grenze zum Isler-Park vorsieht, die verschiedenen Interessen zu wahren. Dubler betonte, dass die Bäume, die nahe an der Stützmauer der Parkanlage stünden, durch den Bau nachweislich gefährdet wären. Das habe die Stiftung Freiämter Strohmuseum in einem Brief an den Gemeinderat auch erläutert. Sie warte bis heute auf eine Antwort des Gemeinderates auf ihr Schreiben.

 «Wir können nichts anderes tun, als denselben Bericht noch einmal vorzulegen»: Arsène Perroud, Gemeindeammann von Wohlen.

«Wir können nichts anderes tun, als denselben Bericht noch einmal vorzulegen»: Arsène Perroud, Gemeindeammann von Wohlen.

Toni Widmer

Heikles Verfahren

Perroud erklärte, dass es sich bei diesem Brief um ein Parteigutachten handle und dass sich das Bauprojekt der Stach AG in einem laufenden Baubewilligungsverfahren befinde, in welchem Walter Dubler Partei sei. Gerade weil es so ein heikles Verfahren sei, habe man ja auch die Begleitgruppe eingesetzt. «Deshalb kann der Gemeinderat auch nur den Antrag stellen, seinen Bericht zu den notwendigen Massnahmen zur Kenntnis zu nehmen.» Dubler beantragte, diesen Antrag zurückzuweisen. Einwohnerrat Ruedi Donat stellte seinerseits Antrag, nach dem der Gemeinderat aufzuzeigen habe, wie die jetzige Grenze des Parks, inklusive Mauer, erhalten werden könne. Der Rückweisungsantrag von Walter Dubler wurde mit 41 zu 21 Stimmen angenommen. Der Antrag von Ruedi Donat mit 53 zu 15 ebenfalls. Dem Gemeindeammann blieb nur die Feststellung, dass der Gemeinderat bei der nächsten Ortsbürgerversammlung im Sommer 2019 nichts anderes tun könne, als denselben Bericht noch einmal vorzulegen. Für alles Weitere fehlten die rechtlichen Grundlagen.

Neujahrsapéro von Ortsbürgern

Ob es sich bei den im Fokus stehenden Bäumen nun um schützenswerte Pflanzen handelt oder nicht, stand nicht zur Debatte. Aber am Neujahrsapéro der Gemeinde, der am 2. Januar 2019 erstmals von den Ortsbürgern offeriert wird, dürfen die Einwohner von Wohlen dann im Wert von 3000 Franken auf das neue Jahr und die umkämpften Bäume im Isler-Park anstossen. Der Antrag von Vally Stäger, diesen Anlass in den kommenden vier Jahren aus der Ortsbürgerkasse zu berappen, wurde mit deutlichem Mehr und grossem Applaus gutgeheissen. Dasselbe gilt für den Verpflichtungskredit des Forstwerkhofs zu 195'000 Franken und den Kauf zweier Walparzellen für total 24'454 Franken.

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