Wohlen
Ein preisgünstige Wohnung muss kein Traum sein

Baugenossenschaft baut seit 50 Jahren Wohnraum für Menschen mit kleinem Budget. Die Genossenschaft ist zehn mutigen Männern zu verdanken.

Jörg Baumann
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«Baugenossenschaften sind heute aktueller denn je», sagt Präsident Marcel Huwyler. BA

«Baugenossenschaften sind heute aktueller denn je», sagt Präsident Marcel Huwyler. BA

Wer in Wohlen eine preisgünstige und doch moderne Wohnung sucht, steht nicht ganz auf verlorenem Posten. Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Bünz schafft den Ausgleich für Menschen ohne dickes Portemonnaie. Sie erstellte in den letzten 50 Jahren an der Turmstrasse 108 Mietwohnungen – alle heiss begehrt. Die Genossenschaft ist zehn mutigen Männern zu verdanken. Das Initiativkomitee mit Anton Lüthy, Paul Meier, Max Piffaretti, Ernst Bolliger, Eduard Meier, Rudolf Röllin, Niklaus Meyer, Robert Lüthy, Alfred Fischer (alt Vizeammann), und Alfred Meier gaben vor fünfzig Jahren den Anstoss. Die Gründer beschafften mit viel Energie die finanziellen Mittel. Die Ortsbürgergemeinde stellte der Genossenschaft in den Obermatten günstiges Bauland zur Verfügung.

Heute nötiger denn je

Baugenossenschaften seien zwar unter dem Druck der Bauspekulation etwas aus der Mode gekommen. Sie seien aber heute in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nötiger denn je, betont Marcel Huwyler (46), seit 2004 Präsident der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Bünz. Aber man müsse Geduld haben, um an der Turmstrasse eine Wohnung ergattern zu können. «Wir haben eine Warteliste.» Huwyler ist selber mit fünf Geschwistern in der Wohnsiedlung aufgewachsen und weiss nur zu gut, dass weniger begüterte Familien auf eine bezahlbare Wohnung angewiesen sind. Das setzt die Genossenschaft um: Die Mietzinsen bewegen sich zwischen 665 Franken im Monat (Dreizimmerwohnung) und 911 Franken (Fünfzimmerwohnung) – inklusive Nebenkosten.

So tief kann die Genossenschaft die Mieten nur halten, weil der Vorstand seine Arbeit in der Freizeit und ehrenamtlich verrichtet und keinen Hauswart angestellt hat. «Die Wohnungsmieter verrichten die Arbeiten von Hausreinigung über Rasenpflege bis Heckenschneiden selber», sagt Huwyler. «Das entspricht dem Gedanken einer Genossenschaft.» Der Vorstand ist auch selber zuständig für die Vermietung der Wohnungen. «Mieterwechsel gibt es natürlich auch bei uns. Aber sie halten sich im Rahmen. Einzelne Mieter wohnen schon seit dem Bezug der ersten Wohnblöcke bei uns», betont Huwyler, der auf die Unterstützung seiner Vorstandskollegen, Vizepräsident Urs Schalch, Aktuarin Karin Hofer, Kassierin Nadine Strebel und Beisitzerin Anita Biland zählen darf.

«Wir haben hier unseren Frieden»

«Das Klima in unserer Genossenschaft ist hervorragend, und das färbt auf alle Mieter ab», erklärt Huwyler. «Wir haben unseren Frieden und wollen ihn auch behalten.» Dazu dürfte beitragen, dass die Überbauung vom Durchgangsverkehr abgeschottet ist und die Genossenschaft ihren Mietern grossen Umschwung, zwei Kinderspielplätze, einen Kindergarten und – heute wieder topmodern – 42 Schrebergärten bieten kann. Zudem liegt die Überbauung direkt neben zwei Ortsbushaltestellen. Das Schulhaus Junkholz steht gleich auf der anderen Strassenseite.

Die Genossenschaft feiert den 50. Geburtstag an einem internen Quartierfest. Dazu sind alle Mieter, die noch lebenden Gründungsmitglieder und die Gemeindebehörden eingeladen.

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