Bremgarten

Ein Phantom-Musical will 1000 Leute hinter die Schule locken

Axel Olzinger (Foto) und Deborah Sasson bestreiten in der Schweiz vier Auftritte unter freiem Himmel.ZVG

Axel Olzinger (Foto) und Deborah Sasson bestreiten in der Schweiz vier Auftritte unter freiem Himmel.ZVG

Das Open-Air-Musical «Phantom der Oper» von Deborah Sasson gastiert am Dienstag, 23.Juli hinter dem Stadtschulhaus. Das Gastspiel in Bremgarten macht den Auftakt zu einer Schweiz-Tour mit Aufführungen in Bern, Glarus und Luzern.

Dieses Musical ist selbst ein Phantom. Bis am 23. Juli, dem Tag der Aufführung von Phantom der Oper, wird der Schulhausplatz in Bremgarten das sein, was er immer ist: ein ganz normaler Schulhausplatz.

Dann rücken die Veranstalter um 8 Uhr früh mit zwei 40 Tonnen schweren Sattelschleppern an und beginnen mit dem Aufbau der überdachten Bühne. Um 15 Uhr soll sie stehen. Es folgen Orchesterzelt, Technik und Bestuhlung.

800 bis 1000 Stühle, schätzt Eventmanager Kai Schwarzkopf von der Go 2-Convent GmbH, werden hinter dem Stadtschulhaus aneinandergereiht. Noch in der Nacht der Aufführung wird alles abgebaut. Am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei und der Tross zieht weiter nach Bern.

Deutsche Dimensionen

Fast alles ist gross an dieser Produktion: Sattelschlepper und Anzahl Sitzplätze, aber auch das Musical selbst, die Namen der Hauptdarsteller, und letztlich auch das Risiko für die Veranstalter; klein hingegen die Stadt, wo mitten in den Schulferien getanzt und gesungen wird – auf Weltniveau, wie Schwarzkopf betont.

Allen voran Deborah Sasson, künstlerische Leiterin und Hauptdarstellerin in einem, versprüht den Glanz der grossen Bühne. Sasson stammt aus Boston und machte sich am New Yorker Broadway einen Namen.

Sie sang an der Seite von José Carreras und André Rieu und wurde in den 90er-Jahren mit einem Klassik-Echo ausgezeichnet. Entdeckt wurde Sasson von Leonard Bernstein, dem Komponisten der «West Side Story».

Sasson hat sich emanzipiert und gewagt, ihre Eigeninszenierung von Phantom der Oper sehr nahe am ursprünglichen Roman-Text von Gaston Leroux zu halten, der 1910 veröffentlicht wurde. Begleitet werden Sasson und ihre Mitsänger von einem 18-köpfigen Orchester unter der Leitung von Peter Moss.

Dass die Veranstalter auch 21. Jahrhundert können, beweisen sie mit moderner 3D-Videotechnik. Diese schafft Bühnenbilder, die sich Leroux wohl auch in seinen kühneren Träumen nicht hätte vorstellen können.

Die Technologie erlaubt fliessende Übergänge des Bühnenbilds. Mal wähnt man sich auf dem Friedhof, mal in der Oper, und der Wechsel verläuft in Sekundenschnelle.

Warum ausgerechnet Bremgarten?

Die Aufführung in Bremgarten macht den Auftakt zu einer kleinen Schweiz-Tournee von Phantom der Oper. Es folgen Gastspiele in Bern, Glarus und Luzern.

«Zuerst dachte ich, hier sei ein Fehler passiert, als die Anfrage von Herrn Schwarzkopf bei uns eingegangen ist», sagt der Bremgarter Schulleiter Guido Wirt, doch mittlerweile ist er hoch erfreut, dass «das schöne Stadtschulhaus einmal positiv in Szene gesetzt wird.»

Kai Schwarzkopf fügt hinzu: «Wir suchen uns immer spezielle Plätze aus und Bremgarten braucht sich überhaupt nicht zu verstecken.»

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