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Ein Mann und eine Frau wollen in den Gemeinderat von Hägglingen

Gemeinderat Jürg Weder hat seine Demission per Ende November eingereicht. Während andere Gemeinden Mühe haben, ihre Einwohner für ein öffentliches Amt zu mobilisieren, kommt es in Hägglingen zur Kampfwahl mit zwei Kandidaten.

Andrea Knecht
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Rebekka Hochstrasser (parteilos) und Franz Schaad (FDP) wollen in den Gemeinderat

Rebekka Hochstrasser (parteilos) und Franz Schaad (FDP) wollen in den Gemeinderat

Zur Verfügung gestellt

«Der Mensch steht für mich im Vordergrund», erklärt Rebekka Hochstrasser (parteilos). Der gebürtigen Hägglingerin ist klar, dass das Amt des Gemeinderats viel Teamarbeit bedeutet. «Ich weiss, dass nicht alle meine Vorstellungen sofort umgesetzt werden können.» Trotzdem biete sich die Möglichkeit, Veränderungen anzubringen, anstatt nur Kritik zu üben. Problematisch findet Hochstrasser die vielen Überbauungen. «Anstatt laufend Neuzuzüger anzuwerben, sollte man sich um die Lebensqualität der Einwohner kümmern.» Ausserdem sei ein öffentlicher Spielplatz überfällig.

Hochstrasser engagiert sich schon jetzt in Hägglingen: Als Stimmenzählerin ist sie an allen Gemeindeversammlungen anwesend. Weiter beteiligt sie sich im Damenturnverein und ist Mitglied der Landfrauen. Da ihr jüngstes Kind schulpflichtig ist, setzt sie sich auch mit der Häggliger Schule auseinander.

Geimeinderat ist Männerdomäne

Mit Rebekka Hochstrasser würde sich die einseitige Geschlechterverteilung des Gemeinderats ändern. Bisher besteht dieser nur aus Männern. «Als einzige Frau würde ich vermutlich eine weitere Sichtweise einbringen», meint Hochstrasser. Jedoch ist die Vertretung der Geschlechter kein Grund für ihre Kandidatur. «Für mich zählt das Engagement. Ich würde auch als Mann kandidieren.» Die Verkaufsangestellte einer Wohler Bäckerei ist parteilos. Politisch würde sie sich «in der Mitte, eher rechts» positionieren. «Ich bin in Hägglingen geboren, die Leute kennen mich», sagt Hochstrasser, mit Blick auf ihre Wahlchancen. Sie betont jedoch, mit Franz Schaad einen starken Gegenspieler zu haben.

Nachhaltige Entwicklung als Ziel

Franz Schaad (FDP) ist Inhaber und Geschäftsführer von zwei Fensterfabriken. «Den Entscheid, ob man sich für solch ein spannendes, aber auch zeitintensives Amt zur Verfügung stellt, bricht man nicht einfach übers Knie», sagt der Unternehmer. «Nach einigen Gesprächen mit meiner
Familie, Freunden und Bekannten ist in mir der Entschluss gereift, als Gemeinderat zu kandidieren.» Bei einer allfälligen Wahl kann er sich vollumfänglich dem Amt als Gemeinderat widmen, da er keine anderen öffentlichen Ämter mehr inne hat.

«Hägglingen soll sich nachhaltig entwickeln und nur kontrolliert wachsen», umreisst Schaad seine Ziele. Zudem soll das funktionierende Dorfleben bewahrt werden. «Unsere Kinder sollen eine intakte Infrastruktur sowie einen gesunden und stabilen Finanzhaushalt übernehmen können.» Schaad betont, wie sehr ihm und seiner Familie Hägglingen als Wohn- und Lebensort gefällt. «Als Gemeinderat kann ich dem Dorf
etwas zurückgeben», erklärt er seine Motivation für die Kandidatur.