Villmergen
Ein Leben zwischen kleinen Trüffeln und grossen Bären

Pilze sammeln, Lachs angeln und Rechtswissenschaften – der umtriebige Villmerger Franco Del Popolo hat seine Hobbys zum Beruf gemacht. Neuerdings verkauft er in seinem Lachshaus neben Lachs auch Trüffel.

Sarah Künzli
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Franco Del Popolo präsentiert in seinem kleinen Laden an der Wohlerstrasse 11 in Villmergen zwei Exemplare seiner kleinen Trüffel.sah

Franco Del Popolo präsentiert in seinem kleinen Laden an der Wohlerstrasse 11 in Villmergen zwei Exemplare seiner kleinen Trüffel.sah

Sarah Künzli

Was haben Lachs und Trüffel gemeinsam? Eigentlich nicht viel. Doch beides bieten Franco Del Popolo und seine Frau Franziska im Lachshaus in Villmergen an. Seit bald einem Jahr bekommt man in ihrem kleinen Laden Wildlachs aus Alaska.

Nun erweitern sie das Angebot um frische Trüffel und diverse weitere Trüffelprodukte, wie beispielsweise Trüffelöl. Das Angebot ist ein etwas spezieller Mix, der aber offenbar funktioniert: «Seit 5 Wochen kann man bei uns auch Trüffel haben. Werbung habe ich noch nicht wirklich gemacht und trotzdem ist die Nachfrage super.» Allein in der laufenden Woche habe er schon zehn Bestellungen erhalten.

Für Del Popolo ist klar, warum sein Trüffel-Geschäft bereits nach so kurzer Zeit boomt: «Ich bin der Einzige der kleine Trüffel hat. Ab zehn Gramm kann man welche haben.» Ansonsten würden Trüffel nur kiloweise verkauft, was Privatpersonen teuer zu stehen komme.

Zudem benötige kaum jemand für Zuhause Trüffel im Kilo, erklärt Del Popolo in seinem kleinen Laden in Villmergen. Kaufe man die Trüffel hingegen tiefgekühlt, wirke sich das negativ auf deren Qualität und Konsistenz aus. Kleine, einzelne und frische Trüffel für Privatpersonen: eine echte Marktlücke, die der gelernte Betriebsökonom und Verkaufsleiter Del Popolo entdeckt hat.

Tipps und Tricks vom Trüffel-Profi

«Mein Vorteil gegenüber Anderen ist ausserdem, dass meine Kunden mich alles über Trüffel fragen können. Und das zu jeder Zeit», sagt Franco Del Popolo. In den meisten Büchern über Trüffel stehe, man solle die knollige Delikatesse in einem Konfitürenglas mit Reis gefüllt lagern. Dies sei «Gugus».

Durch den Reis verliere der Trüffel Wasser und Geschmack. Ein Glas mit einem Haushaltspapier sei die Lösung. «Ich empfehle, den frischen Trüffel spätestens nach drei Tagen zu brauchen.» Ihm ist wichtig, dass seine Kunden Trüffel zu einem guten Preis bekommen: «Beim Trüffel ist es genau gleich wie beim Öl oder Benzin. Je nach Nachfrage sind sie billiger oder teurer, und dies kann sich von Tag zu Tag ändern», so Del Popolo.

Ein Anruf bei ihm würde genügen, und er kläre den Tagespreis ab.

Für sein breit gefächertes Wissen hat er hart geschuftet. Bei seinem Lieferanten machte er eine Weiterbildung. Dort lernte er, wann welche Trüffelsorte kommt und wie man sie verarbeitet. Nebenbei betrieb er ein intensives Selbststudium. So konnte Del Popolo ein weiteres Hobby zu seinem Beruf machen. Denn seit er sieben Jahre alt ist, sammelt er leidenschaftlich gerne Pilze.

Auch das Lachshaus entstand wegen eines weiteren Hobbys Del Popolos: dem Angeln. Immer wieder reist er nach Alaska und angelt dort in der Wildnis nach Lachs. Dabei hat er auch schon die eine oder andere Begegnung mit Bären gehabt – brenzlige Situationen.

So habe er einmal während des Pinkelns hinter sich jemanden atmen gehört. «Natürlich glaubte ich, es sei mein Kollege und ich machte einen dummen Spruch», schildert Del Popolo das Erlebnis. Als er sich dann aber umdrehte, stand da nicht sein Kumpel, sondern ein Grizzly.

Er habe sich dann ganz langsam zurückgezogen. Denn loszurennen bringe gar nichts – man hätte keine Chance: «Bären sehen zwar träge aus aber sie kommen auf eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometer.» Eigentlich seien die Bären aber keine grosse Gefahr. Elche seien für den Menschen viel gefährlicher.

Ruhiger Ausgleich im Rechtswesen

Ungefährlicher ist dafür Del Popolos Nebenjob: «Ich interessiere mich sehr für Recht, deswegen arbeite ich nebenbei noch für Anwälte.» Doch Lachs, Trüffel und Recht alleine scheinen dem Workaholic noch nicht zu reichen. Sein nächstes Ziel ist das Ablegen der Prüfung zum Pilzkontrolleur. Er öffnet einen Schrank. Die Regale sind voller getrockneter, selbst gesammelter Pilze. Diese darf er aber ohne nicht verkaufen, so lange er nicht Pilzkontrolleur ist.

An weiteren Ideen für seinen Laden mangelt es dem umtriebigen Geschäftsmann jedenfalls nicht. Für Weihnachten sind schon Geschenkpakete in Vorbereitung: eine Flasche Wein, Lachs und ein Würfelchen Trüffel. «Mein Laden ist bald schon einmal zu klein», sagt er schmunzelnd.

Wer zuerst von den Trüffeln probieren will, dem kommt ein weiteres Angebot von Franco Del Popolo gerade recht. Neben dem Verkauf von Trüffel und Lachs bietet er auch ein Catering an. Zusammen mit Harry Pfändler, dem Koch vom Gasthof Bären in Birmenstorf, offeriert er den Kunden leckere Trüffel-Gerichte. Lachs- und Trüffelmousse seien sehr zu empfehlen, schwärmt Del Popolo.