Dieser kirchlich-regionale Sozialdienst (KRSD) soll nicht den staatlichen Sozialdienst konkurrenzieren, sondern eine Lücke im Sozialwesen schliessen. Aufziehen und betreiben soll den KRSD Mutschellen die Hilfsorganisation Caritas Aargau. Dies in enger Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden des Pastoralraums Mutschellen, mit Oberwil-Lieli, Berikon-Friedlisberg, Eggenwil-Widen und Rudolfstetten-Bergdietikon.

«Wir sind oft überfordert»

Auf dem Mutschellen ist eine dreijährige Pilotphase angedacht. Die geplante regionale Beratungsstelle soll möglichst zentral in einem Gebäude in Berikon oder Widen eingerichtet werden. Laut Edith Rey Kühntopf, der Gemeindeleiterin der Kirchgemeinde Eggenwil-Widen, soll hier Ratsuchenden unkompliziert und unbürokratisch weitergeholfen werden.

«Wir Seelsorgenden und die Kirchenbehörden sind oft überfordert, wenn uns Leute um Ratschläge und Unterstützung in schwierigen Situationen angehen. Häufig fehlt uns auch die Zeit, die dafür aufzubrin-gen wäre.» Da könne der kirchliche Sozialdienst eine wichtige Funktion erfüllen, indem er fachliches Know-how und die Vernetzung mit anderen Fachstellen einbringe sowie genügend Zeit für Gespräche einsetze und Leute auch begleite.

Laut Gemeindeleiterin Edith Rey «gehört Diakonie, der Dienst am Nächsten, zum kirchlichen Grundauftrag.» Gerade in einer Zeit, wo Chancen, Einkommen und Vermögen sehr ungleich verteilt seien, sei die Kirche gefordert, sagt sie.

Jährlich rund 100000 Franken

Das Projekt «Kirchlicher Sozialdienst Mutschellen» steht auf den Traktandenlisten der bevorstehenden Kirchgemeindeversammlungen im November und Dezember. Wenn die Katholiken grünes Licht geben, wird die Beratungsstelle am 1. April 2013 eröffnet. Wie Regula Kuhn von Caritas Aargau auf Anfrage mitteilte, wird bei Zustimmung eine ausgebildete Fachperson als Stellenleiterin in einem 60-Prozent-Pensum eingesetzt.

Die Kosten des geplanten Sozialdienstes auf dem Mutschellen betragen alles in allem rund 100000 Franken jährlich. Im ersten Jahr – April bis Ende Dezember 2013 – wird mit Kosten in der Grössenordnung von 79000 Franken gerechnet. Fürs Jahr 2014 geht man von Kosten im Betrag von rund 106000 Franken aus, fürs Jahr 2015 von rund 108000 Franken. Finanziert wird die geplante Beratungsstelle durch die Mutscheller Pfarreien. Der KPDS soll vorerst während einer Pilotphase von drei Jahren geführt werden.

Vor den Mutscheller Kirchgemeindeversammlungen findet eine Informationsveranstaltung zum Projekt «Kirchlich-regionaler Sozialdienst» statt. Dies am Mittwoch, 21. November, um 19.30 Uhr im Pfarreizentrum Berikon. Dabei erläutern Angehörige der Projektgruppe sowie Regula Kuhn von Caritas Aargau das Vorhaben.