Wird die Masseneinwanderungsinitiative der SVP vom Volk angenommen, müsste die Leuthard-Gruppe, Merenschwand und Affoltern, Personal abbauen. Das zeigte Dieter Greber, CEO der Gruppe, an einer Veranstaltung der CVP Bezirk Muri auf.

Durch die mit einer Annahme der Initiative verbundenen Aufkündigung der Personenfreizügigkeit würde der Immobilienmarkt in eine Situation wie zu Beginn der 90er-Jahre rutschen und damit eine entsprechende Reduktion des Wohnungsbaus bedeuten, ist Greber, selber Deutscher, überzeugt.

Auf Ausländer angewiesen

Am Beispiel der Leuthard-Gruppe, die im Hoch- und Tiefbau tätig ist, als Generalunternehmerin im Wohn- und Gewerbebau sowie als Bewirtschafterin von Immobilien auftritt, zeigte Greber, wie seine Unternehmen auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind.

Die 1918 als Baugeschäft gegründete Gruppe beschäftigt heute etwa 290 Mitarbeitende, davon 23 Lehrlinge, und macht einen Umsatz von jährlich etwa 150 Mio. Franken. «Die Leuthard AG ist ein regionales Unternehmen und doch international», sagt Greber:

Von den 290 Mitarbeitenden sind 48,9 Prozent Schweizer, 14,6 Prozent Portugiesen, 10,58 Prozent Serben und Kroaten, 8,39 Prozent Deutsche und 6,57 Prozent Italiener. Insgesamt sind 16 Nationalitäten vertreten. Im Schweizer Bauhauptgewerbe sei der Anteil Ausländer noch wesentlich grösser; dort machen die Schweizer nur 34,6 Prozent aus.

Die Leuthard-Gruppe sucht im Moment drei Bauführer, zwei Projektleiter, einen Baukostenplaner und drei bis vier Poliere. «Wir versuchen diese Kaderpositionen mit Schweizern oder Nichtschweizern zu besetzen, beides gelingt seit Monaten nicht, da es das Personal nicht am Markt gibt», stellt Greber fest.

Obwohl die Kaderpositionen für die Weiterentwicklung der Gruppe von essenzieller Bedeutung seien, könnten sie «trotz Personenfreizügigkeit nicht besetzt werden». Weniger problematisch sei dagegen die Besetzung der Stellen von weniger qualifizierten Mitarbeitenden.

Werde die SVP-Initiative angenommen, sei es bei einem Anteil von 50 Prozent Nichtschweizern in seiner Unternehmung und der ganzen Branche nicht möglich, bei der derzeitigen Arbeitslosenquote von etwa drei Prozent, Stellen zu besetzen und das Unternehmen zu entwickeln.

Erschwerter Familiennachzug werde es noch schwerer machen, hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem EU-Bereich an das Unternehmen zu binden. Die Zuwanderung mit einer Kontingentlösung zu regeln, statt es wie bisher dem Arbeitsmarkt zu überlassen, führe zu mehr Bürokratie bei den Unternehmen sowie auch beim Staat und damit zu höheren Steuern.