Er konnte in Schweden ausstellen, wurde in Frankreich und der Schweiz prämiert und hat bereits Anfragen aus dem In- und Ausland. Zusammen mit seinem Team erschuf der Wohler Michael Walczak ein Projekt, das scheinbar den Nerv der Zeit trifft: einen hölzernen Pavillon.

Er kann von drei Laien in nur drei Stunden ohne spezielle Werkzeuge auf- oder abgebaut werden und hat auf einem normalen Autoanhänger Platz.

Der Reihe nach: Der 24-Jährige ist Student an der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau in Burgdorf. Ein Professor fragte ihn letztes Jahr an, bei einem Wettbewerb in Frankreich teilzunehmen, bei dem ein mobiler Pavillon projektiert werden sollte.

Der Student sagte sofort zu, denn «interdisziplinäre Arbeiten reizen mich immer», erklärt Walczak. Neben Architekten wurden auch Holzbau-Ingenieure an Bord geholt. «Unsere Schule ist auf Holz spezialisiert, darum war klar, dass wir einen hölzernen Pavillon anstrebten.»

Unmöglich, sagten die Ingenieure

Um möglichst wenig Gewicht zu haben, sollten die Spanplatten für Boden, Wände und Dach des 6,5 Meter breiten Pavillons 6 Millimeter dünn werden. «Die Ingenieure hielten das für unmöglich», erinnert sich der Wohler, der in Bayern aufgewachsen ist. Heute kann er darüber lachen, denn am Ende behielten die Architekten recht. «Wir haben es ganz einfach ausprobiert und es hat geklappt», erzählt er.

Das Vorprojekt hat der französischen Organisation so gut gefallen, «dass wir nicht nur den Wettbewerb gewannen, sondern jetzt auch einen Pavillon herstellen und ausliefern können».

Frankreich, Schweden, Schweiz

Der Preis in Frankreich wurde dem Team im letzten Oktober verliehen. Kurze Zeit später konnte das sechsköpfige Team ein 1:10-Modell seines Pavillons nach Schweden an eine Ausstellung schicken und wurde für den Schweizer Designpreis nominiert, bei dem der Pavillon unter die ersten vier kam.

Architektensohn Walczak reichte das Projekt zudem für den Innovationspreis der Berner Fachhochschule ein, an dem sämtliche Fachrichtungen teilnehmen können. Dort räumte er den zweiten Platz und damit 5000 Franken ab. Ausserdem durfte er das Projekt Anfang März vor über 200 Leuten vorstellen.

In Kriegsgebieten einsetzbar?

Schon an der Preisverleihung in Burgdorf zeigte beispielsweise die Stadtpräsidentin grosses Interesse am Pavillon. «Das Projekt scheint den Leuten zu gefallen», freut sich der Master-Student, der neben dem Studium zu 50 Prozent in der Forschung an der Fachhochschule arbeitet. «Wir haben zum Beispiel schon Anfragen aus Deutschland.»

Ausserdem überlegen sie sich, ob die Pavillons in Krisengebieten eingesetzt werden könnten, da sie einfach zu bauen aber qualitativ viel hochstehender seien als die üblichen Plastikzelte. «Wir überlegen, ob wir in solchen Fällen Papiervorlagen verschicken könnten, denn Holzplatten gibt es überall», beschreibt Walczak die Idee.

Doch nicht nur mit dem Flex Ply Pavillon ist er sehr aktiv. Vor kurzem war er in den USA an einem Projekt beteiligt. Ende Woche besichtigt er in China ein Areal, wo eine Bambus-Feriensiedlung entstehen soll, und im Mai reist er nach Japan, um selber Workshops zu geben.