Wohlen
Ein Heimsieg und ein heisses Gerücht

Im 3.-Liga-Eishockey gewinnt Wohlen Freiamt gegen den SC Reinach mit 2:0. Mehr zu reden gegeben als das Resultat hat ein möglicher Trainerwechsel. Viel spricht für ein Comeback der Siegwart-Brothers in der neuen Eishalle.

Ruedi Burkart
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Die Wohler feiern nach einer beherzten Leistung den 2:0-Prestigesieg über den SC Reinach.

Die Wohler feiern nach einer beherzten Leistung den 2:0-Prestigesieg über den SC Reinach.

Ruedi Burkart

Die Tage der alten Wohler Kunsteisbahn sind bekanntlich gezählt. Noch knapp drei Monate kann unter freiem Himmel Eishockey gespielt und Schlittschuh gelaufen werden. Dann schliesst die offene «Kunschti» ihre Tore. Ab der Saison 2018/19 gehen die Eishockeyaner des HC Wohlen Freiamt in der neuen Eishalle auf Tore- und Punktejagd.

Vor diesem Hintergrund war das ewig junge 3.-Liga-Derby der Freiämter gegen den SC Reinach eine ganz besondere Angelegenheit. Im letzten Aufeinandertreffen «oben ohne» gewannen die Gastgeber nach einer beherzten Leistung mit 2:0. Mehr als das Resultat gibt indes ein möglicher Trainerwechsel zu reden.

«Gegen Reinach ist speziell»

Patrick Siegwart (43) steht in seiner dritten Saison als Spielertrainer im Sold des HC Wohlen Freiamt. Der ehemalige Wohler Nachwuchsspieler kehrte 2015 nach vielen Jahren der sportlichen Wanderschaft wieder zurück zu seinem Stammverein. Zusammen mit Coach Bruno Strebel ist er für die 1. Mannschaft zuständig und führte das Team letzte Saison zum Gruppensieg vor Reinach, ein Jahr zuvor schaute Rang zwei heraus – hinter den Wynentalern.

«Spiele gegen Reinach sind immer speziell», sagt Siegwart. Mit ein Grund: Patrick Siegwarts um vier Jahre älterer Bruder Thomas trainiert den SCR. Die beiden Brüder spielten Anfang der 1990er-Jahre beim damaligen SSC Wohlen zusammen in der 1. Mannschaft und erreichten im Winter 1991 den Aufstieg in die 2. Liga.

Kommt es zum Comeback?

Bereits vor zwei Jahren überlegte sich Thomas Siegwart, zum HC Wohlen Freiamt zurückzukehren. Als die Reinacher Klubverantwortlichen davon erfuhren, verlängerten sie stante pede den Vertrag mit ihrem Headcoach. «Ja, das war eine verrückte Geschichte damals», schmunzelt Thomas Siegwart.

Aktuell ist es Siegwart beim SC Reinach allerdings nicht ums Lächeln. Ausbleibender sportlicher Erfolg, fehlender Nachwuchs im Fanionteam, ein schmales Kader – die Zeiten waren schon besser. Dass Thomas Siegwart die Zusammenarbeit mit dem SC Reinach per Ende Saison beendet, ist nicht nur der aktuellen sportlichen Baisse geschuldet. «Ich bin jetzt fünf Jahre Trainer in Reinach. Eine lange Zeit. Frische Ideen und ein neues Gesicht tun meiner Mannschaft gut.»

Mit anderen Worten: Im kommenden Frühling ist Thomas Siegwart offen für eine neue sportliche Herausforderung. Warum nicht als Coach in Wohlen? Er lächelt: «Ja, das ist tatsächlich ein Thema.» Spielertrainer Patrick Siegwart steht einer möglichen Verpflichtung seines Bruders positiv gegenüber: «Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich unter ihm als Coach spielen könnte.» Definitiv ist noch gar nichts. Es spricht indes viel für ein Comeback der Siegwart-Brothers in der neuen Wohler Eishalle. Um die Trainings vorzubereiten, müssten die beiden im kommenden Winter übrigens nicht einmal miteinander telefonieren. Sie könnten zusammen Kaffee trinken. Ab nächstem Monat wohnt Thomas in Fischbach-Göslikon gleich neben seinem Bruder.