Bremgarten
Ein Heim, weit weg von Gefängnisatmosphäre

Die St. Josef Stiftung Bremgarten feiert ein dreitägiges Volksfest. Grund für den Freudentaumel ist die Eröffnung des Neubau. Im sechsstöckigen Gebäude sind zwölf Wohngruppen untergebracht mit Platz für je sieben Menschen mit Behinderung.

Dominic Kobelt
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Kinder hatten besonders viele Möglichkeiten, sich am St. Josef-Fest zu amüsieren.KOB

Kinder hatten besonders viele Möglichkeiten, sich am St. Josef-Fest zu amüsieren.KOB

Manchmal haben Wohnheime, in denen schwerstbehinderte Menschen leben, etwas bedrückendes. Weil beispielsweise die Balkone mit Netzen oder Gittern abgesichert werden müssen. Im Neubau der St. Josef-Stiftung, der dieses Wochenende mit einem dreitägigen Volksfest eingeweiht wird, ist es gelungen, eine helle, fröhliche Atmosphäre in die Räume zu bringen und diese trotzdem den Anforderungen gerecht zu gestalten.

Die Balkone sind mit rund 20 cm breiten Glaselementen gesichert, die sehr modern wirken, kaum auffallen und trotzdem Schutz bieten. Die Zimmer haben grosse Fenster und die Gänge sind farbenfroh gestaltet, geschmückt mit kleinen Kunstwerken. Beschriftet sind die meisten Kästen, Schubladen und Geräte mit Piktogrammen. «Die meisten unserer Klienten können nicht lesen, aber Bilder können sie aufnehmen», erklärt Peter Annen, der die Besucher durch das Haus führt.

Mosaik gerettet

Nicht nur zwölf Wohngruppen mit Platz für je sieben Klienten sind im sechsstöckigen Gebäude untergebracht, sondern auch ein Mehrzweckraum, Büroräume, eine Kapelle und ein Therapiebad. Letzteres sei laut Kanton nicht unbedingt nötig, bringe aber den Bewohnerinnen und Bewohnern sehr viel Lebensqualität, sagt Annen. Deshalb sei man glücklich, dass man es vollständig mit Spendengeldern finanzieren konnte.

Praktisch ist auch der Mehrzweckraum, mit dem man jetzt neu einen Platz für Geburtstagsfeiern, Elternabende oder Weiterbildungen hat. Die Büroräume sind noch nicht bezogen, sie werden von Schule und Physiotherapie genutzt, wenn das Hauptgebäude saniert wird. 35 Mio. Franken hat das ganze Projekt gekostet. Im Juli 2011 stand der Sieger des Architekturwettbewerbs fest, es folgte eine zweijährige Planungszeit. Ende 2013 konnte mit dem zwei Jahre dauernden Bau begonnen werden.

An diesem Wochenende nutzten nun viele die Gelegenheit, einen Einblick, auch in die Aufgaben und den Alltag der St. Josef-Stiftung, zu erhalten. Aber auch für ein buntes Rahmenprogramm war gesorgt, neben Festbeizen und einem Markt durften die Besucher verschiedene Shows geniessen, sich im Klettern versuchen oder sich auf dem Josef-Trail nach den Spuren von Josef suchen.

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