Wohlen
Ein grüner Pausenplatz für Schüler und Insekten

300 Wohler Primarschüler machen bei einer Pflanzaktion von Bio Suisse und Coop mit und holen sich Natur statt Asphalt auf den Halden-Schulhausplatz.

Andrea Weibel (Text und Foto)
Merken
Drucken
Teilen
Simone (7), Louis (7) und Fiona (8, von links) haben Spass am Blumenprojekt.

Simone (7), Louis (7) und Fiona (8, von links) haben Spass am Blumenprojekt.

Andrea Weibel

Kartoffeln, Oregano, Minze, Thymian, Sonnenblumen und jede Menge anderer grüner und bunter Gewächse. Nein, die Rede ist nicht vom Setzlingssortiment bei Coop Bau + Hobby. All diese prächtig blühenden Pflanzen spriessen und recken sich derzeit aus Holzkästen auf dem Pausenplatz der Primarschule Halde in Wohlen. 300 Kinder sind es, die sich klassenweise um die Blumenkästen kümmern, die aus SBB-Cargo-Boxen gefertigt wurden. «Bei den Blumen können die Bienen Nektar holen, daraus machen sie dann Honig», erklärt Louis (7), einer der kleinen Gärtner aus der ersten Klasse. Seine Kollegin Fiona (8) ergänzt: «Und dazwischen bestäuben sie noch andere Pflanzen.» Genau darum geht es beim Projekt «Pro Bienen» von Bio Suisse und Coop Bau + Hobby. «Über 12 000 Schüler aus über 500 Schulklassen haben Bio-Kräuter und -saatgut erhalten und sorgen nun für blühende Pausenhöfe», schreiben die Projektleiter auf ihrer Website.

Ein Stück Natur für alle

Akoja Ludl, Klassenlehrerin der Erstklässler, ist begeistert: «Wir sind auf das Projekt gestossen, weil es unser Ziel ist, jedes Jahr etwas Neues zur Belebung des nun autofreien Pausenplatzes anzubieten. Letztes Jahr haben wir die Pflanzkistchen gebaut, die waren nicht Bestandteil des Bienenprojekts. Dann haben wir von der Ausschreibung erfahren und uns einfach angemeldet. Wir hätten eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass wir ausgewählt werden, denn es ist ein schweizweites Projekt.» Doch schon im Frühling wurden Saatgut und Setzlinge geliefert, das Projekt konnte beginnen.

Aber wer denkt, Giessen und Betrachten der Blumen sei alles, was die Primarschüler damit machen, unterschätzt die Kreativität der Lehrpersonen. «Es ist unser Anliegen, dass auch jene Kinder, die daheim ohne Garten aufwachsen, Zugang zur Natur haben», so Ludl. «Darüber hinaus haben wir unser Team aufgerufen, die Klassengärtchen auch anderweitig zu nutzen.» Louis erinnert sich: «Einmal haben wir einen Hexentrank gemacht aus den Pflanzen.» Seine Lehrerin nickt: «Es sind so viele tolle Kräuter da, das wäre ja schade, wenn man die nicht nutzen würde. Auch werden einige Klassen Pflanzen trocknen, um Teemischungen oder Kräutersalze herzustellen.» Eine Klasse, die Kartoffeln gepflanzt hat, wird selber Pommes frites machen. «Und wir werden eine Pizza backen mit den Kräutern», freut sich Fiona.

Den Kindern gefällt die Arbeit mit den Pflanzen. «Weil es so viel geregnet hat, mussten wir fast nie giessen», erklärt Simone (7). «Wir haben viele Bienen gesehen, aber auch MarienkäferEier und -Larven, das war spannend.» Akoja Ludl ist stolz auf das Projekt und den grünen Pausenplatz, der jedes Jahr bunter wird. «Man braucht keine teuren Spielzeuge, die Kinder sind schon mit Baumstämmen absolut glücklich. Einige Familien machen extra Ausflüge auf unseren Pausenplatz, der so viele Möglichkeiten bietet.» Für die Sommerferien haben die Lehrer einen Giessplan für die kleinen Gärten erstellt.