Wohlen

Ein Gorilla-Dancer braucht ein ordentliches Bananen-Müsli

An der Heilpädagogischen Schule Wohlen lernten die Schüler, Sport mit gesundem Essen zu verbinden. Zur Auswahl standen Breakdancen, Slalom- und Longboarden, Skateborden, Footbagen und Ultimate Frisbee.

Am Gorilla-Tagesworkshop bekamen die Kinder der Heilpädagogischen Schule (HPS) und zwei Klassen der Primar Junkholz richtig viel Bewegung: Zur Auswahl standen Breakdancen, Slalom- und Longboarden, Skateborden, Footbagen und Ultimate Frisbee.

Breakdance

Breakdance

Gorilla ist das grösste nationale Präventionsprojekt gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und wird von der Schtifti Foundation durchgeführt.

Dazu können sie nicht nur einen Tag lang mit Profis eine Sportart ausprobieren, sie lernen auch etwas über gesunde Ernährung: Zum Znüni gabs ein Müsli, das sich die Kinder selber zusammenstellen konnten. Zuvor wurden alle Zutaten in der Lebensmittelpyramide eingeordnet.

Ein Tag wie im Klassenlager

Jojo Linder von der Schtifti Foundation erklärt das Ziel des Workshops: «Wir möchten nicht ein Gefäss füllen, sondern ein Feuer entfachen.» Sprich: nicht ein klassischer Sporttag, sondern Begeisterung für Bewegung.

«Es soll wie ein Tag im Klassenlager sein – etwas, das man aus seiner Schulzeit in Erinnerung behält», so Linder. Die Instruktoren von Gorilla sind echte Profis: Die Kinder schauen fasziniert zu, wie sich die Breakdancer überschlagen und im Kreis drehen, und werden sofort vom Bewegungsdrang erfasst.

Auch die Skateboarder stellen sich unerschrocken auf das Brett und wollen es den Grossen nachmachen.

Auf Augenhöhe begegnen

Dieses gemeinsame Erlebnis nutzen die Sportler in ihren knallgrünen Shirts aber auch, um Wissen zu vermitteln: «Die Schüler für gesunde Ernährung zu begeistern, das ist der schwierige Teil.» Die Leute, die den Kindern eben noch Tricks mit dem Hacky-Sack-Ball gezeigt und mit dem Skateboard Luftsprünge vollführten, stehen danach hinter dem Buffet.

Müsli mit Äpfeln, Bananen, Vollkornflocken und gesunde Sandwiches stehen hoch im Kurs. Zuerst hören die Kinder aber aufmerksam zu und lassen sich erklären, auf was man beim Einkaufen achten sollte.

«Wir möchten den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen», sagt Linder. Dazu würden die Instruktoren Sprache und Übungen anpassen. Auch Recycling ist ein Thema, das am Gorilla-Workshop angesprochen wird.

Die Schüler bekommen am morgen eine PET-Flasche mit Wasser, die sie dann im Lauf des Tages wieder auffüllen. Am Nachmittag folgt ein Postenlauf, in dem es unter anderem auch darum geht, woher die Nahrung kommt und was die Auswirkungen verschiedener Lebensmittel auf den Körper sind.

Am Anfang war das Skateboard

Die Schtifti Foundation feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Die beiden Gründer, Ernesto Silvani und Roger Grolimund, kauften einen Bus, Skateboards sowie eine Startrampe und begannen mit einem Team von Freestylesportlern das Projekt «Freestyle Tour» an Schweizer Schulen zu bringen.

In der Zwischenzeit sind neben den Workshops viele Ideen dazu gekommen: Auf der Website (www.gorilla.ch) können sich Jugendliche Wissen für die Erhaltung eines gesunden Körpergewichts aneignen. Ein Kochbuch und eine Handy-Applikation mit Video-Anleitungen zu Freestyle-Sportarten geben die Möglichkeit, die Workshop-Inhalte zu vertiefen.

Die Schtifti Foundation organisiert jedes Jahr einen Benefizanlass, der dieses Jahr am 30. Mai stattfindet und gleichzeitig das Jubiläum feiert. Infos unter www.schtifti.ch

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