Zufikon/Villmergen

Ein genügsames, liebenswertes OL-Völklein aus dem Osten ist zu Gast

Gemeinsamer Aufgalopp der ungarischen Orientierungsläufer zu einer Trainingseinheit im Rietenberg-Gebiet in Villmergen. sl

Gemeinsamer Aufgalopp der ungarischen Orientierungsläufer zu einer Trainingseinheit im Rietenberg-Gebiet in Villmergen. sl

50 Orientierungsläufer aus Ungarn sind während einer Woche im Freiamt zu Gast und trainieren mit OL-Läufern aus dem Aargau. Dabei sollen die Besucher nicht nur die hissigen Wäler, sondern auch die Berge kennen lernen.

Der kurze Regenguss am Mittwochmorgen schien niemanden zu stören. Im Rietenberg-Gebiet auf Villmerger Boden absolvierten 50 Orientierungsläuferinnen und -läufer aus Ungarn ruhig und konzentriert zwei Trainingslektionen.

Die Nachwuchs- und Seniorensportler aus der südungarischen Stadt Szeged standen nicht allein auf weiter Flur. Mehrere junge OL-Läufer des Aargauer Vereins Bussola OK trainierten mit.

«Die Unterkunft ist sehr okay»

Im Freiamt verbringen die Gäste aus Ungarn ein einwöchiges Lager. Grosse Ansprüche haben sie nicht. Die Ungarn logieren in der Turnhalle Zufikon, wo sie auf Matten und in Schlafsäcken übernachten.

Die nach helvetischen Massstäben sehr bescheidene, spartanisch-zweckmässige Unterbringung stört die Osteuropäer keineswegs. «Nein», winkt der 49-jährige deutschstämmige Ungar Josef Riesing ab, «diese Unterkunft ist sehr okay, wir fühlen uns wohl.»

Der erfahrene OL-Läufer Josef Riesing, der mit Tochter Hanna am Lager teilnimmt, zeigt sich angetan von den Sportmöglichkeiten auf dem Zufiker Schulgelände, dem Beachvolleyball-Feld und den Pingpongtischen.

Und bestens munden würden die Mahlzeiten, die man ihnen in Zufikon biete. Ein Kompliment aus berufenem Mund für das von Edith Schaffert geleitete Küchenteam. Denn Riesing arbeitet in der Lebensmittelbranche, er ist in Ungarn Mitinhaber eines Betriebs mit rund 45 Angestellten, der Paprikapulver herstellt.

«Grandioser Ausflug in die Berge»

Das gastgebende Team des OL-Vereins Bussola mit Andrea Gerber an der Spitze möchte den Ungarn einen kleinen Eindruck der Schweiz und der Schweizer vermitteln. Das scheint zu gelingen.

Die Ungarn, die in einer Tiefebene daheim sind, schwärmen «vom grandiosen Ausflug in die Berge». Mit der steilen Drahtseilbahn ging es am Dienstag auf den Stoos im Kanton Schwyz und von da teils zu Fuss, teils per Sesselbahn auf den Fronalpstock.

Vor allem die dortige Rundsicht auf Seen und Berge beeindruckten Riesing und seine Landsleute. Vorgängig war ein Training angesetzt in dem mit zahlreichen Felsbrocken bestückten Schuttgebiet Goldau.

Kleinere Ausflüge ins Schloss Hallwyl und auf den Sagenweg Waltenschwil sowie eine Stadtführung in Bremgarten runden das Programm ab. Ehe der Reisebus am Sonntagabend zurück nach Ungarn fährt, steht ein anforderungsreiches sportliches Finale an, der 3-Tage-OL in Bremgarten und Umgebung.

Wer glaubt, dass der OL-Sport in Ungarn einen grösseren Stellenwert hat als in unserem Land, täuscht sich. «Leider ist OL in Ungarn, genau wie in der Schweiz, bloss eine Randsportart», sagt die gebürtige Ungarin und OL-Läuferin Andrea Gerber. Ihr imponiere indes der starke soziale Zusammenhalt und die vorbildliche Jugendarbeit des Vereins aus Szeged.

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