Entspannung in Merenschwand: Zwei junge Schweizer sind verhaftet und laut Kantonspolizei Aargau geständig, an drei Orten in der Gemeinde Feuer gelegt zu haben. «Einige Einwohnerinnen und Einwohner haben über das Wochenende besondere Vorsicht walten lassen und aufmerksam verfolgt, was in der unmittelbaren Umgebung Ihrer Liegenschaften abläuft», weiss Gemeindeammann Hannes Küng. Auch die Regionalpolizei war verstärkt vor Ort unterwegs. «Wir sind in Merenschwand vermehrt präsent gewesen und haben in Absprache mit der Kantonspolizei bewusst intensiv Umschau gehalten», führt Renato Orsi, Chef Regionalpolizei und Leiter Sicherheit Muri, aus.

Die beiden jungen Leute haben in der Nacht auf den Freitag an mindestens 20 Stellen in der offenen Halle der Heggli Gartenbau GmbH, die sie von der Kistenfabrik Merenschwand mietet, gelegt. In der Nacht auf Samstag dann zündeten sie die Waldhütte der Gemeinde und eine Thujahecke an. Die Waldhütte war durch die Feuerwehr nicht mehr zu retten; der Totalschaden am Gebäude beläuft sich auf mehrere hunderttausend Franken. Auch der Schaden für die Kistenfabrik Merenschwand als Vermieterin der von Rainer und Carole Heggli genutzten Gebäulichkeiten ist gross, «grösser als vorerst angenommen», wie Geschäftsleiter Peter Birrer inzwischen weiss. Immerhin konnte der rasche Einsatz der Feuerwehren den Übergriff des Feuers auf das Holzlager der Kistenfabrik verhindern.

17-Jährige und 22-Jähriger sind Feuerteufel von Merenschwand

Der Beitrag von «Tele M1».

Jetzt keine falschen Verdächtigungen mehr

Gemeindeammann Hannes Küng ist froh, dass die Täterschaft gefasst und den Behörden bekannt ist – nicht nur, weil es die Bevölkerung erleichtert: «So kommen auch keine falschen Verdächtigungen mehr auf». Es gab Stimmen, die ohne jeden konkreten Hinweis Asylsuchende aus der Merenschwander Unterkunft der Tat verdächtigten. Küng selber weiss nicht, ob die Verhafteten aus der Gemeinde selber oder sonst woher stammen. «Man macht sich seine Gedanken», sagt Küng, «immerhin wurde der erste Brand im Geschäft eines Gemeinderatskollegen gelegt und die zweite Brandstiftung erfolgte im Waldhaus der Gemeinde. Man fragt sich dann schon, ob solche Anschläge allenfalls gegen die Behörde gerichtet sind». Ob die verstärkte Polizeipräsenz zur Verhaftung führte, ist nicht klar. Die Polizei entscheidet von Fall zu Fall, ob sie bewusst mehr Präsenz zeigt oder einfach zusätzliche Kontrollfahrten unternimmt. «Vermehrte wahrnehmbare Polizeipräsenz kann Wirkung zeigen», erklärt Orsi. Brandstifter bei Kontrollfahrten in der Nacht in flagranti zu erwischen, sei jedoch eher unwahrscheinlich.

Weshalb die beiden Personen die drei Brände gelegt haben und mit welchen Mitteln, ist zur Zeit noch unklar. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat gegen den 22-jährigen Schweizer ein Verfahren wegen mehrfacher Brandstiftung eröffnet. Das Verfahren gegen die 17-jährige Teenagerin wegen mehrfacher Brandstiftung führt hingegen die Jugendanwaltschaft.