Jonen
Ein Friedhof, den man vom Bürostuhl aus besuchen kann

In aufwendiger Arbeit hat Andreas Fischer den Friedhof Jonen virtuell erfasst. Die Verstorbenen aus diesem Dorf kann man jetzt auch im Internet besuchen.

Toni Widmer
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Die Auftaktseite zum virtuellen Joner Friedhof

Die Auftaktseite zum virtuellen Joner Friedhof

Printscreen

«Es war eine spontane Idee und die habe ich umgesetzt», sagt der 47-jährige Joner Andreas (Johnny) Fischer. Sein Projekt ist – zumindest für unsere Region – bisher einmalig. In aufwendiger und akribischer Arbeit hat Fischer die nötigen Daten zusammengetragen und den Friedhof Jonen virtuell erfasst.

Sein Vorhaben hat er mit der Gemeinde vorbesprochen und ist von ihr beim Aufbau der Homepage (friedhof-jonen.ch) ideell auch unterstützt worden: «Man hat mir den Zugang zu den Daten der Verstorbenen gewährt. Auf meinem virtuellen Friedhof findet man rund 500 in Jonen verstorbene Personen», erklärt Fischer. Erfasst hat er die Namen bis ins Jahr 1934, ab 1944 ist die Liste vollständig.

Mit Grabstein und Bild

«Es sind nicht nur Leute vertreten, die auf dem Friedhof in Jonen ruhen, sondern auch solche, die einen engen Bezug zum Dorf hatten, aber auswärts beerdigt worden sind. Beispielsweise Ordensschwestern oder eine bekannte Wirtin», sagt der virtuelle Friedhofgärtner. Wo möglich sind die Verstorbenen mit Grabstein oder sogar mit Foto erwähnt. Gesucht werden können sie nach Todesjahr oder nach Namen.

Der Datenschutz bleibt gewährleistet. Fischer hat nur veröffentlicht, was ohnehin schon öffentlich ist. Weitergehende Informationen zu den einzelnen Personen gibt es nicht. Mit Ausnahme der Prominenz. Dazu gehört selbstverständlich der legendäre Joner Jakob Huber, der im 2. Weltkrieg als Generalstabschef die rechte Hand von General Guisan gewesen war. Dazu gehören auch die ehemaligen Pfarrherren: Josef Erni, Walter Bürgisser, Jacques Keller und Alois Wind. Zu diesen Personen gibt es kurze Erläuterungen.

Die gut aufgebaute und sehr übersichtliche Website hat Andreas Fischer in Zusammenarbeit mit dem Webmaster Heinz Ernst und dem Fotografen Jean-Pierre Bron gestaltet. Knapp zwei Jahre hat das Zusammentragen der Daten und der Aufbau der Homepage gedauert. Den finanziellen Aufwand – laut Fischer «ein paar Tausender» – trägt der Erfinder selbst.

«Es muss auf dieser Welt auch noch ein paar Idealisten geben. Schliesslich kann ich nichts mitnehmen, wenn ich einmal selber auf dem Joner Friedhof meine letzte Ruhe finde», kommentiert er trocken.