Freiämter Sagen

Ein fliegender Teufel, ein Hüne, der Schatz vom Heidenhügel und die riesige Stadt

Bei Niederwil soll ein Hüne unter einem Bühl begraben liegen.

Bei Niederwil soll ein Hüne unter einem Bühl begraben liegen.

Das Freiamt ist mit Lindenberg, Wagenrain und Mutschellen ein hügeliges Land. Doch bei einzelnen Güpfen war man sich scheinbar nie ganz sicher, ob sie natürlich entstanden sind. Auch die jetzige Villmergener-Kirche sei früher etwas anderes gewesen.

Die Teufelsburdi

So nennt man einen Stein, der auf dem Hügel gleichen Namens etwa eine Halbviertelstunde oberhalb Bremgarten an der Zuger Landstrasse liegt. Er ist jetzt grösstentheils gesprengt und weggeschafft. In seiner Nachbarschaft steht eine Kapelle zum hl. Antonius.

Als dieses Kirchlein gebaut werden sollte, war der Teufel besonders darüber erbost, dass man es dem hl. Antonius weihen wollte, mit dem er seiner Lebtage schon so viele Streitigkeiten gehabt hatte und die alle so schlecht für ihn abgelaufen waren. Er beschloss also, den Bau radikal zu zerstören und kam daher mit einer grossen Erd- und Steinmasse durch die Luft herbeigeflogen, um das Kirchlein mit einemmal unter Schutt zu begraben.

Als er aber nun auf der Landstrasse vor dem Hügel dastand, konnte er weder den Anblick des Kirchleins länger aushalten, noch seine schwere Steinmasse weiter schaffen; er musste alles zusammen fallen lassen, und von daher schreibt sich dieser Hügel und sein Name.

Der Hune zu Niederwil

Zu Niederwil im Freienamte ist ein Bühl nahe am Dorf, auf welchem heute ein steinernes Kreuz steht. Man sagt, drinnen liege ein Held mit umgeschnalltem Schwert, den man den Hunen nennt.

Nachgrabungen, die man daselbst veranstalten wollte, sind bis jetzt durch den Landbesitzer nicht gestattet worden.

Heidenhügel in Sarmensdorf

Wer am obern Heidenhügel steht Mittags zwischen 11 und 12 Uhr, der sieht einen Schatz. Denn hier soll die Burg zu der grossen Stadt gestanden haben, welche sich bis Mellingen hinab und bis Muri hinauf ausdehnte.

Schon vor langem haben die Bauern auch ein hübsches grosses Gewölbe unter dem Hügel aufgedeckt und den Schätzen noch weiter nachgegraben. Bis jetzt haben sie aber nur alte Lampen finden können. Auch im Bettwyler-Walde sollen sich ganz gleiche Gewölbe finden. In der Kronenbrünnlimatte, ob Sarmenstorf, sieht der Fromme in der Tiefe des dortigen Brunnens schwarze Heiden herumgehen. Dorftheile heissen dort Spieltruhen- und Kaibenwinkel.

Vilmergen

Das jetzige Dorf soll früherhin der Theil einer grossen Stadt, und der sogenannte Sarmenstorfer-Heidenhügel deren Mittelpunkt gewesen sein. Während dorten die Citadelle stand, war hier die jetzige Vilmergener-Kirche der heidnische Stadttempel. 

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1