«Es isch eifach cool gsi», schwärmte der Sinser 5.-Klässler Lars Gut, «wir durften Bundesrätin Simonetta Sommaruga Fragen stellen und von Sins erzählen.» Mit der Magistratin ist Lars zufrieden: «Sie hat auf mich einen guten Eindruck gemacht.» Auch das Bundeshaus, durch das die Schulklasse im Anschluss an den Empfang durch die Bundesrätin geführt wurde, hat ihm gefallen: «Es ist recht gross und cool.»

«Seht ihr, ich könnte eure Grossmutter sein – ist das nicht wunderbar?»: Bundesrätin Sommaruga und die jungen Sinser entdecken Gemeinsamkeiten.

«Seht ihr, ich könnte eure Grossmutter sein – ist das nicht wunderbar?»: Bundesrätin Sommaruga und die jungen Sinser entdecken Gemeinsamkeiten.

Die 5. Klasse von Lehrer Raphael Lohri war am Dienstag auf Einladung des Hilfswerks Swissaid in Bern zu Gast, zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus Saanen (BE), Arlesheim (BL) und Veyras (VS). Der Besuch im Bundeshaus war ein Dankeschön für die Mithilfe am traditionellen Abzeichenverkauf von Swissaid, an dem sich auch dieses Jahr schweizweit wieder 20 000 Schulkinder beteiligt haben.

Heimspiel gut vorbereitet

Für die Sinser Kinder war die dreiviertel Stunde dauernde Visite bei der Bundespräsidentin ein Heimspiel. Simonetta Sommaruga ist in Sins aufgewachsen, hat dort die Schulen besucht und 23 Jahre lang gewohnt. Entsprechend hat sich die Klasse intensiv auf den Besuch vorbereitet. «Wir haben Leute befragt, die Sommaruga in ihrer Kindheit gekannt haben, Fotos aus jener Zeit aufgetrieben und sie vergrössert», erklärte Lehrer Raphael Lohri.

Mitgebracht haben seine Schülerinnen und Schüler ins Bundeshaus aber nicht nur Bilder von Sommarugas ehemaligem Wohnhaus, ihrer Erstkommunionfeier, ihrem Abschlusslager mit der Bezirksschule oder dem Hund Basco. «Wir wollten der Bundesrätin auch das heutige Sins zeigen und vor allem, wie sich die Gemeinde seit ihrer Jugendzeit verändert und entwickelt hat», sagt Lohri. Die Kinder hatten auch viele Fragen vorbereitet: «Woran erinnern sie sich gerne, wenn sie an ihre Schulzeit in Sins zurückdenken? Haben sie noch Kontakte in die Gemeinde?»

Bilder und Fragen waren in Fähnchen verpackt, die als Blumenstrauss in einem grossen Topf steckten. Simonetta Sommaruga konnte ein Fähnchen wählen und die Kinder stellten die entsprechende Frage oder überreichten ihr das entsprechende Bild. «Leider hatte sie nicht so viel Zeit um alle Fähnchen ziehen zu können, aber ich denke, sie war von unserer Aktion ziemlich beeindruckt und sie hat recht gerührt gewirkt», sagte Lehrer Lohri.

Ihm hat auch sehr gefallen, wie die Bundespräsidentin auf die Kinder einging: «Sie hat nicht einfach Fragen beantwortet, sondern auch nachgefragt und Gegenfragen gestellt. Es war für die Kinder ein wirkliches Erlebnis.» Das bestätigt Anna Peterhans: «Sie war sehr interessiert an uns. Und es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass diese Frau einst am gleichen Ort in die Schule gegangen ist wie wir. Aber sie hat sich ziemlich verändert. In ihrer Jugendzeit in Sins hatte sie blonde lange Haare. Jetzt sind ihre Haare braun und kurz.»