Ortsbürgerversammlung
Ein einmaliges Ereignis mit Wermutstropfen im Reussstädtchen

Erstmals haben die Ortsbürger von Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln gemeinsam getagt und dabei das Budget 2014 verabschiedet. In die Finanzkommission wurden fünf Bremgarter gewählt, der Kandidat aus Hermetschwil-Staffeln ging leer aus.

Lukas Schumacher
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Zusammen getagt und abgestimmt: Ortsbürger aus Bremgarten und aus Hermetschwil-Staffeln. sl

Zusammen getagt und abgestimmt: Ortsbürger aus Bremgarten und aus Hermetschwil-Staffeln. sl

Lukas Schumacher

Gemeinsam nahmen die Ortsbürger aus dem Reussstädtchen und dem Nachbardorf einen Apéro ein, gemeinsam genossen sie ein Nachtessen, gemeinsam hielten sie die ersten Versammlungsgeschäfte im Bremgarter Reussbrückesaal ab.

Im Sog der Fusion der beiden Einwohnergemeinden Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln, die per 1. Januar 2014 vollzogen wird, kommt es auch zum Zusammenschluss der zwei Ortsbürgergemeinden.

Der Ortsbürgergemeinde Bremgarten gehören neu 362 Stimmberechtigte an. 291 wohnen im Reussstädtchen, 71 im neuen Bremgarter Ortsteil Hermetschwil-Staffeln.

Kampfwahl und kein Verzicht

99 der 362 stimmberechtigten Ortsbürgerinnen und Ortsbürger besuchten die gemeinsame Versammlung.

Bei der Besetzung der fünf Sitze in der Finanzkommission kam es zu einer Kampfwahl. Alle fünf «Bisherigen» aus Bremgarten wollten vier Jahre weitermachen, und die Ortsbürger aus Hermetschwil-Staffeln, zahlenmässig klar in der Minderheit, wollten in der Person von Thomas Keusch verständlicherweise einen der ihren in die Finanzkommission bringen.

Hexenturm-Sanierung trotz Kritik deutlich genehmigt

Die Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde Bremgarten empfahl die nächstes Jahr geplante Innensanierung des markanten Hexenturms überraschend zur Ablehnung. Die Sanierungskosten im Betrag von 339 000 Franken rechtfertigten den Nutzungswert nicht, die Kosten seien zu hoch, liess die Finanzkommission verlauten.

Anderer Ansicht war die Mehrheit der Ortsbürger. Sie genehmigte die Hexenturm-Sanierung mit 58 Ja gegen 11 Nein. Mehr als ein Jahr lang hat die Rebbaukommission erfolglos einen neuen Verantwortlichen für die Pflege der Stadtbergertrauben gesucht. Nun hat sich Stadtgärtner und Ortsbürger Mario Müller bereit erklärt, nach einer Fachausbildung die reusstädtischen Trauben zu hegen und pflegen. (sl)

Der Wunsch ging nicht in Erfüllung.

Gewählt wurden die fünf Bremgarter Stefan Birchmeier mit 88 Stimmen, Priska Schindler und Patrik Nauer mit je 85, Erwin Kummer mit 81 und Ralph Martin mit 73.

Thomas Keusch aus Hermetschwil-Staffeln ging leer aus, er erhielt 64 Stimmen.

Weil zuerst fälschlicherweise bekannt gegeben wurde, dass Kummer die Wahl nicht geschafft habe, wollte der mit dem Bestresultat gewählte Birchmeier auf seinen Kommissionssitz verzichten.

Nach der Korrektur – Kummer gewählt, Keusch nicht – nahm Stefan Birchmeier seine Verzichtserklärung zurück.

Enttäuschung und Erklärung

In den Reihen der Ortsbürger aus Hermetschwil-Staffeln empfand man die Nichtwahl ihres Kandidaten als Wermutstropfen.

«Schade und enttäuschend», sagte der Hermetschwiler Gregor Keusch stellvertretend für viele, «es wäre schon fein gewesen, wenn eines der fünf Bremgarter Kommissionsmitglieder definitiv verzichtet hätte oder gar nicht erst angetreten wäre.»

Der Bremgarter Finanzkommissionspräsident Patrik Nauer hingegen gab zu verstehen: «Wir haben als Fünfergremium gut funktioniert und wollten in dieser Zusammensetzung weitermachen. Eine Aktion gegen die in Hermetschwil-Staffeln wohnenden Ortsbürger wollten wir keineswegs vom Zaun reissen.»

Er sei überzeugt, dass bald einmal eine Person aus Hermetschwil-Staffeln in der Kommission mitarbeiten werde, erklärte Nauer weiter.

Als Stimmenzähler gewählt wurden Andrea Martin und Jannick Meier, beide Bremgarten, beide mit 98 Stimmen.

Ebenfalls je 98 Stimmen erhielten als Ersatz-Stimmenzähler Erich Stöckli (Hermetschwil) und Claudio Kronberger (Bremgarten).

Budget 2014 unbestritten

Ohne Gegenstimme hiessen die Ortsbürger das sehr gut ausgefallene Budget 2014 gut. Es schliesst mit einem Plus (Ertragsüberschuss) von rund 375 000 Franken ab; zudem können einmal mehr 700 000 Franken in den Erneuerungsfonds der Liegenschaften gesteckt werden.

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