Bremgarten
Ein Doppelkreisel für 6,7 Mio. Franken soll die Unfälle vermeiden

Am 12.Dezember gelangt im Casino die doppelte Kreisellösung bei der Stadtumfahrung zur Abstimmung. Frühstens 2015 soll mit dem zweijährigen Bau begonnen werden. Die Gemeinde Bremgarten kommt finanziell günstig weg.

Lukas Schumacher
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Projektiertes Bauwerk: Gelb = Kreiselvorhaben bei Shell-Tankstelle mit Anschlussstrassen und neuer Verbindungsspange; Lila = Radweg/Gehwegverbindungen; 1 = Shell-Tankstelle, 2 = Schützenhaus, 3 = Firma Elro.

Projektiertes Bauwerk: Gelb = Kreiselvorhaben bei Shell-Tankstelle mit Anschlussstrassen und neuer Verbindungsspange; Lila = Radweg/Gehwegverbindungen; 1 = Shell-Tankstelle, 2 = Schützenhaus, 3 = Firma Elro.

Zur Verfügung gestellt

Seit rund zehn Jahren wird über eine Doppelkreisel-Lösung im Gebiet Oberebene Bremgarten gesprochen. Jetzt liegt das vom Kanton zusammengestellte Projekt vor. Es soll die dortigen Verkehrsknoten entlasten, die in den Spitzenzeiten am Morgen und Abend regelmässig verstopft sind.

Vom geplanten Doppelkreisel erwartet man nicht nur weniger Staus und mehr Verkehrsfluss, sondern auch einen deutlichen Rückgang der zahlreichen Unfälle seit Eröffnung der Stadtumfahrung.

Bremgarten kommt günstig weg

An der Gemeindeversammlung vom 12. Dezember stimmen die Städtchenbewohner über das Projekt und den Kostenanteil von Bremgarten ab. Die Gesamtbaukosten betragen inklusive Landerwerb, Vermessung und Vermarkung 6,73 Mio. Franken. Rund 87 Prozent der Kosten finanziert der Kanton Aargau, nämlich 5,85 Mio. Franken. Die restlichen 13 Prozent, eine Summe von 878 000 Franken, muss Bremgarten bezahlen.

Unter dem Strich kommt das Reussstädtchen günstig weg. Die Kriterien für den Kostenanteil Bremgartens sind das Kantonsstrassendekret sowie ein Beitragssatz bei Innerortsstrecken, den der Regierungsrat für Bremgarten auf 56 Prozent festgelegt hat.

Bauwerk: Zwei Betonkreisel, ein Damm und recht viel Grün

Herzstück des geplanten Bremgarter Entlastungswerks bilden zwei Betonkreisel, die beiden Kreisel «Wohlerstrasse» und «Oberebenestrasse». Der Kreisel Wohlerstrasse mit vier Verkehrsästen (siehe Planskizze) bringt es auf einen Aussendurchmesser von 40 Metern und eine Fahrbahn von sieben Metern. Für die Erstellung des nördlichen Teils des Kreisels, des Bypasses und der Spange Nord muss ein stattlicher Damm aufgeschüttet werden. Ein wenig kleiner fällt der zweite Kreisel Oberebenestrasse aus mit einem Aussendurchmesser von 36 Metern, drei Ästen und ebenfalls einer sieben Meter messenden Fahrbahn. Dass das neue Verkehrsentlastungswerk einen recht hohen Begrünungsanteil umfasst, der es flächenmässig mit dem grauen neuen Strassen- und Betonteil aufnehmen kann, ist ein erfreulicher Pluspunkt. Zweiter vorteilhafter Aspekt: Das Projekt weist zahlreiche Massnahmen für den Langsamverkehr auf, die Velofahrer und die Fussgänger. So wird der neu geplante Radweg Richtung Wohlen via Brücklein über die Oberebenestrasse geführt und ab dem Kreisel Wohlerstrasse mit dem Radroutennetz verbunden. Als neue Velowegverbindung zur Unterstadt Bremgarten wird der schmale, bestehende Fussweg Richtung Militärstrasse zu einem Rad- und Gehweg ausgebaut. Für die Fussgänger sind zum einen Gehwegverlängerungen bei den Zufahrtsstrassen geplant, zum anderen vier Strassenübergänge mit Schutzinseln als Querungshilfen. (sl)

Baubeginn frühestens 2015

Allein die beiden Betonkreisel schlagen mit Gesamtkosten von 2,9 Mio. Franken zu Buche. Zweithöchster Ausgabeposten ist die neue Verbindungsspange zwischen den Kreiseln samt den Anpassungen der Kantonsstrassen mit 2,2 Mio. Franken. Als frühstmöglicher Baubeginn gilt der Frühling 2015. Freilich muss das Bauwerk diverse Hürden zügig nehmen, damit dieser Starttermin eingehalten werden kann.

Kanton redet ein Wörtchen mit

Nebst einem Ja der Bremgarter braucht es grünes Licht vom Regierungsrat zum Kreditbeschluss, eine öffentliche Projektauflage in Bremgarten ohne langwierige Einwendungsverfahren sowie ein schlankes Submissionsverfahren.

Der Kredit muss nicht dem Grossen Rat zur Genehmigung vorgelegt werden. Dennoch spricht das Kantonsparlament ein gewichtiges Wörtchen mit. Es befindet nämlich über die Aufnahme der Verbindungsspange zwischen den beiden neuen Kreiseln ins kantonale Strassennetz sowie über die Entlastung der bestehenden Anschlussspange bei der Stadtumfahrung aus dem Kantonsstrassennetz.

Zwei Jahre und Kreiselschmuck

Der Bau der Bremgarter Doppelkreisel-Lösung wird rund zwei Jahre dauern. Laut dem kantonalen Projektleiter Thomas Meile werden die Bauarbeiten Ende 2016 fertiggestellt sein, falls sie programmgemäss im Frühling 2015 anlaufen können. Viel Zeit verschlingen wird laut Meile die Aufschüttung respektive die Setzung des geplanten Damms.

Im kantonalen Projekt fehlt aus Kostengründen ein eigentlicher Kreiselschmuck. Bloss einfache Begrünungen der beiden Kreisel sind vorgesehen. Damit gibt sich Bremgarten nicht zufrieden. Laut Stefano Righetti, dem Bereichsleiter Tiefbau der Bauverwaltung Bremgarten, werden im Rathaus einige Kreiselschmuck-Ideen erörtert. Durchaus denkbar seien eine Gestaltung und Mitfinanzierung durch Sponsoren, Firmen und Privatpersonen.