Oberwil-Lieli
Ein Bio-Meiler soll in Oberwil-Lieli ein Gewächshaus heizen

Ruedi Aschmann baut mit zwei Dutzend Helfern eine natürliche Wärmeerzeugungs-Anlage. Die Vorarbeiten sind planmässig vorangekommen, am kommenden Samstag wird der Meiler errichtet.

Lukas Schumacher
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Ruedi Aschmann vor dem kreisförmigen Armierungsgitter, das er als Gerüst für den Bio-Meiler verwendet; im Hintergrund das Gewächshaus. sl

Ruedi Aschmann vor dem kreisförmigen Armierungsgitter, das er als Gerüst für den Bio-Meiler verwendet; im Hintergrund das Gewächshaus. sl

Lukas Schumacher

Bei der Bio-Gärtnerei Gündel sind am Dienstag 80 Kubik gehäckselte Waldholzabfälle angeliefert worden.

Das mit grünem Baumschnitt durchsetzte Holz stammt aus dem Forstbetrieb Mutschellen.

«Am Samstag füllen wir die Holzabfälle in den geplanten Bio-Meiler ein», sagte Meiler-Bauer Ruedi Aschmann (50). Zwei Dutzend Helferinnen und Helfer werden Aschmann tatkräftig unterstützen.

Das Gerüst des kreisförmigen Meilers bilden durch Stahlseile verstärkte Armierungsgitter, die man auf allen Baustellen antrifft.

Drei Meter hoch, sechs Meter breit

Nach dem Frondiensteinsatz am Samstagabend wird es der aufgeschichtete Bio-Meiler auf eine stattliche Höhe von 3 Meter und einen Durchmesser von sechs Metern bringen

Das Abfallholz wird nicht das einzige Füllmaterial des Meilers sein. Auch zehn Kubik Hühnermist und 8000 Liter Wasser werden beigefügt.

Zudem baut Ruedi Aschmann wasserführende Rohre mit einer Gesamtlänge von 200 Metern in den Meiler ein.

Wenige Tage nach dem Aufbau wird die Wärme innerhalb des Meilers auf 60 Grad steigen.

«Mit dieser Heissrottungsmethode kann man die 60 Grad während 12 bis 18 Monaten fast beibehalten, unabhängig von der Aussentemperatur», erläuterte Aschmann.

Das warme Wasser wird per Rohrleitung ins benachbarte Gewächshaus geführt, wo die Wärme mittels Gebläsen verteilt wird.

Gas, Humus, Abschlussarbeit

Nebst Heizenergie wird der Bio-Meiler auch voraussichtlich 600 bis 1000 Kubik Biogas erzeugen.

Und im Endstadium nach rund eineinhalb Jahren gibt der Meiler zehn Tonnen erstklassigen Humus her.

Ruedi Aschmann wird einen Kilowattstunden-Zähler anbringen und so die erzeugte Wärmeenergie des Meilers exakt messen.

Das Meilerprojekt steht im Zentrum von Aschmanns Abschlussarbeit im Rahmen seiner Ausbildung zum Baubiologen mit eidgenössischem Fachausweis. Abgesehen von der Wärmeleistung seines Meilers will Aschmann auch die Wärmeübernahme und die Verteilung im Biogemüseanbau dokumentieren sowie das Potenzial der möglichen Gasgewinnung aufzeigen.

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