Wohlen
Ein Abschied nach 40 ereignisreichen Jahren

Am Freitag wurde in der Turnhalle Halde nicht nur Weihnachten gefeiert. Es galt, auch vom langjährige Schulleiter Markus Walter Abschied zu nehmen. Er geht in Pension.

loredana di fronzo
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Markus Walter läuft durch das Spalier von Schülerinnen und Schülern, die für ihn zum Abschied eine zünftige Welle rissen.

Markus Walter läuft durch das Spalier von Schülerinnen und Schülern, die für ihn zum Abschied eine zünftige Welle rissen.

Loredana Di Fronzo

Es war zugleich ein erfreulicher und auch ein etwas trauriger Anlass. Am Freitag fand in der Turnhalle Halde die Schul-Weihnachtsfeier mit einem abwechslungsreichen Programm statt. Es wurde gedichtet, gesungen und gelacht, was das Zeug hielt. Doch es blieb nicht nur bei dem fröhlichen Teil. Schweren Herzens nahm die Schule Abschied von ihrem Schulleiter Markus Walter, der in die wohlverdiente Pension geht. Der guten Stimmung tat das aber am Ende doch keinen Abbruch. Denn, statt Trübsaal zu blasen, wurde das Ende der Ära Walter gebührend gefeiert.

Gefühlte 120 Dezibel

Etappenweise betraten die Schulklassen die altehrwürdige Turnhalle Halde und versammelten sich in einem Kreis. Direkt davor wurde ein bunt geschmückter Stuhl platziert. Es liess sich bereits erahnen, dass dieser für den Star der heutigen Feier, für Markus Walter, bestimmt war. Langsam füllte sich der Raum und mit der steigenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern stieg auch der Lärmpegel auf gefühlte 120 Dezibel an. In der Mitte des Kreises machte sich ein Orchester bereit. Fleissig übte jeder Schüler für sich nochmals seinen Part und alle warteten gespannt darauf, bis auch der Rektor endlich eintrat.

Markus Walter begann im Frühling 1971 im Schulhaus Halde zu unterrichten. In Laufe der Jahre war er nicht nur als Rektor tätig, er war Lehrer, Inspektor und der erste Präsident der Wohler Schulleitungskonferenz. Während der vergangenen 40 Jahre erlebte er viele Veränderungen wie beispielsweise die Reformen von Lehrmitteln und Unterrichtsgestaltung oder die Einführung der Computer. Seine Nachfolgerin im Schulhaus Halde wird am Januar Caroline Bruggisser.

Es war plötzlich still in der Turnhalle, als Markus Walter sie endlich betrat. Lächelnd nahm der ehemalige Rektor auf dem für ihn bereit gestellten Sessel Platz. Das Schulorchester begann zu spielen.

Etappenweise erhoben sich die Kinder und präsentierten dabei Schilder mit Aufschriften wie «Lieber Herr Walter, wir wünschen ihnen frohe Ostern». Frohe Ostern? Schon schnellte das nächste Plakat in die Höhe, darauf ein grosses «Ups» und das nächste, endlich mit dem richtigen Aufdruck: «Frohe Feststage».

Schmunzeln in der Runde. Zwei als Weihnachtsengel verkleidete Lehrerinnen zogen Zettelchen auf denen stand, welche Klasse ihre Produktion als Nächstes präsentieren durfte. Weihnachtsgedichte, Weihnachtslieder, rhythmisierte Klatschnummern und ein Lied, das speziell für Walter geschrieben wurde.

Melancholie und Freude

Das Programm war zu Ende, der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Die fröhliche Stimmung kippt. Sie machte aber nicht etwa allgemeiner Traurigkeit Platz, wie wurde vielmehr sehr feierlich.

Um Markus Walter gebührend zu verabschieden, bildeten die Schülerinnen und Schüler ein Spalier, jubelten, klatschten und machten für eine letzte, zünftige Welle. Walter strahlte und bedankte sich für die schöne Zeit, die er in «seinem» Schulhaus Halde habe verbringen und erleben dürfen. Und er gestand: «Es ist ein komisches Gefühl nach so vielen Jahren diese Stätte zu verlassen. Aber ich freue mich auch auf die Zukunft.»

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