Den Abend eröffneten die fünf jungen Musiker der Band Insidevening aus dem Tessin und Italien. Vor allem vom Stil der Achtzigerjahre beeinflusst, begeisterten sie das Publikum mit anspruchsvollen Jazz-Harmonien. In langen und intensiven Soli zeigten die Künstler ihr enormes Talent und bewiesen ihre individuellen Fähigkeiten. Das Quintett setzt sich aus einem Schlagzeug (Rocco Lombardi), einem Bass (Michele Guaglio), einem Saxofon (Olmo Antezana), einer elektrischen Gitarre (Mattia Mantello) und einem Keyboard (Matteo Ballabio) zusammen.

Jazz, Rock und Blues vereint

Die Band existiert seit 2012, der Gitarrist Mattia Mantello ist jedoch erst zwei Jahre später dazugestossen. Trotz der verhältnismässig kurzen gemeinsamen Bühnenerfahrung wirken die Musiker sehr vertraut und haben sich einen aussergewöhnlichen Stil zu eigen gemacht. Dieser lässt sich am ehesten mit dem Begriff «Jazz-Fusion» beschreiben. Gemeint ist eine Art des Jazz, die von verschiedenen Stilrichtungen beeinflusst wird. Zum einen werden Rhythmen aus dem Blues mit eingebaut. Die elektrisch verstärkten Instrumente wie das Keyboard und die elektrische Gitarre sorgen für einen rockigen Klang. Die Gruppe kombiniert diese Elemente zusätzlich mit unglaublichen Jazzvariationen und Harmonien.

Faszinierendes Zusammenspiel

Nach einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant setzte das Florian Favre Trio aus der Westschweiz den Abend fort. Das Trio besteht aus dem Kontrabassisten Manu Hagmann, dem Schlagzeuger Alexander Maurer und einem der besten Schweizer Jazzpianisten Florian Favres. Die Band spielt im Rahmen des Festivals insgesamt an acht verschiedenen Orten. Jedes Konzert wird aufgenommen und im Nachhinein eine Platte mit den besten Songs des Festivals gemacht.

Auf gleich hohem Niveau ging es weiter, wenn auch musikalisch ganz anders. Raus aus der Welt des Achtziger-Jahre-Jazz, hinein in diejenige des sogenannten «Contemporary Jazz». Wie bei Insidevening spielte das Florian Favre Trio aussergewöhnliche Soli, wenn auch die individuellen Fähigkeiten der Musiker weniger im Vordergrund standen. Sie fokussierten sich vielmehr auf das faszinierende Zusammenspiel innerhalb der Gruppe. Die Blicke der Musiker sagten mehr als tausend Worte. Intensiv suchten sie den Blickkontakt ihrer Bandmitglieder und gaben manchmal sogar Laute von sich vor Freude. Mit kurzen, humorvollen Kommentaren leiteten sie das Publikum zu neuen Stücken über.

Beide Bands haben an diesem erfolgreichen Abend ihre Talente bewiesen und auf sich aufmerksam gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass die durch das Festival gewonnene Aufmerksamkeit den jungen Musikern zu weiteren Erfolgen verhilft.

Musik in der Deutschstunde Schüler der Kanti Wohlen besuchen Veranstaltungen der Konzertreihe «Musig im Ochsen», verfassen eine druckreife Konzertkritik und werden dafür benotet.