Nach dem verstorbenen Südtiroler Abt von Muri-Gries, Benno Malfèr, rückt wieder ein Ordensmann mit Aargauer Wurzeln nach: Pater Beda Szukics, Prior im Kollegium Sarnen. Die Abtwahl fand gestern im Kloster Muri-Gries statt und fiel nicht auf Pater Benedikt Staubli aus Muri, den vormaligen Stellvertreter von Abt Benno.

Häufiger Gast im Freiamt

Prior Beda Szukics wurde am 22. August 1959 geboren. Er stammt ursprünglich aus Klingnau. Seine Profess legte der neue Abt von Muri-Gries 1980 ab. Die Priesterweihe erhielt er 1986. Von 1991 bis 2008 amtete er als Subprior in Sarnen, anschliessend als Prior und Sekretär von Abt Benno Malfèr. Seine Baccalaureatsarbeit von 1985 trägt einen wahrhaft prophetischen Titel: «Die Anfänge des Klosters Muri». Als Prior war er häufiger Gast im Freiämter Kloster Muri. Er betreut auch die Schwestern des Frauenklosters Hermetschwil.

Muri-Gries, Muri im Freiamt und Hermetschwil bilden aus der Tradition heraus eine Einheit. «Wir sind ein Kloster auf drei Beinen», habe Abt Benno stets betont, sagt Martin Egli, ehemaliger Kirchenpflegepräsident von Muri und Präsident der Vereinigung der Freunde des Klosters Muri. Über die Wahl von Prior Beda zum Abt von Muri-Gries sei er sehr glücklich, erklärt Egli. Dem kann sich auch Peter Hägler, Geschäftsführer der Stiftung Geschichte Muri, wo die Fäden der Geschichtsschreibung über das Kloster Muri zusammenlaufen, nur anschliessen.

Lehrer mit Hang zur Technik

Prior Beda Szukics weist nicht nur tiefgehende Berufserfahrungen als Bibliothekar in Sarnen auf, sondern auch 27 Jahre als Religionslehrer an der Kantonsschule Obwalden. In einem Zeitungsinterview berichtete Szukics, dass er schon früh einen Hang zur Technik gehabt und in der «Steinzeit des Computers» mit einem der heute legendären Commodore 64 angefangen habe. Für ihn sei die Verbindung des Spirituellen mit der Naturwissenschaft interessant, sagte er. «Wenn ich mich mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftige, hilft das meinem Glauben fast mehr, als wenn ich mich mit theologischen Fragen auseinandersetze.»