Beinwil

Ein 90-Meter-Mast als Vorbote des Windparks Lindenberg

Ein solcher Windmessmast ist auf dem Horben geplant. CS/Archiv

Ein solcher Windmessmast ist auf dem Horben geplant. CS/Archiv

Nach dem Entscheid des Grossen Rates, den Lindenberg als Standort für Windkraftanlagen festzulegen, liegt das Baugesuch für einen Messmast bereits vor. Widerstand gegen das Projekt gibt es in Beinwil laut Gemeindeammann Albert Betschart nicht.

Die Investoren verlieren keine Zeit. Erst am Dienstag hat der Grosse Rat definitiv beschlossen, im Gebiet Lindenberg zwischen Beinwil und Hitzkirch (LU) den Bau von Windkraftanlagen zu ermöglichen.

Ob es mindestens deren drei sein müssen, und wie die technischen Rahmenbedingungen aussehen, entscheidet das Parlament am nächsten Dienstag.

Das Baugesuch für den Messmast, mit dem auf dem Horben die durchschnittliche Windgeschwindigkeit geprüft werden soll, ist schon bei der Gemeinde Beinwil eingegangen und wird am Freitag öffentlich ausgeschrieben.

Der temporäre, 90 Meter hohe Bau könnte frühestens Ende April errichtet werden; er würde gar mit einer Signalleuchte für Flugzeuge versehen, wie Gemeindeschreiber Erhard Huwyler bestätigt.

Sinn und Zweck ist es, im Zeitraum eines Jahres, zuverlässige Daten zu Windgeschwindigkeit und Fledermausbewegungen zu sammeln. Danach wird der Mast wieder abgebaut.

Die Investoren und ihre Pläne

Verantwortlich für die speditive Bearbeitung und Planung von Windanlagen auf dem Lindenberg ist eine Interessengemeinschaft, die sich informell zur «Projektgruppe Windpark Lindenberg» zusammengeschlossen hat.

Mitglieder sind die AEW Energie AG, die Centralschweizerischen Kraftwerke AG, die Planungsfirma «RenInvest», die Stadtwerken der Stadt Genf «SIG» und der Windenergie Lindenberg AG besteht.

Die fünf Parteien haben sich auf eine gemeinsame Kommunikation und Planung geeinigt. «Eine Einzelturbine auf dem Lindenberg ist für uns eigentlich keine Option», sagt Louis Lutz, Leiter Erzeugung der AEW, «wir möchten das vorhandene Potenzial möglichst gut ausschöpfen und zum Beispiel beim Netzanschluss Synergien nutzen.»

Dass sich ein Windpark finanziell lohnt, ist laut Lutz sehr wahrscheinlich, der Weg bis zum Bau allerdings noch weit. Zwar hat die Investorengruppe bereits mit allen wichtigen Grundeigentümern erfolgreich verhandelt, doch das Thema sei emotional und die Reaktion der Bevölkerung schwierig abzuschätzen.

Auch deshalb, so Lutz, will die Investorengruppe möglichst viele Bürger am Projekt beteiligen.

Die Grösse des Windparks hängt nicht zuletzt von der politischen Machbarkeit ab. Die Idealvorstellung der Investoren ist ein Windpark mit bis zu zehn Turbinen der 3- Megawatt-Klasse und einer Anlagenhöhe von über 170 Metern.

Gemeinde Beinwil steht dahinter

Derzeit sind die Pläne für den Windpark also noch vage und verhandelbar sind. Klar ist, dass sich der Gemeinderat Beinwil positiv äussert: «Wir stehen nach wie vor hinter dem Projekt», sagt Ammann Albert Betschart.

Und er ergänzt, er habe an der Informationsveranstaltung zum Thema auch keine vehementen Gegner eines Windparks ausmachen können. Wie sich die Stimmung entwickle, wenn die Pläne konkret würden, könne er aber nicht abschätzen.

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