Bremgarten
Ehrengäste outen sich als echte Operetten-Fans

Vor der Premiere von «Die Bajadere» der Operette Bremgarten trafen sich Vertreter von lokaler, kantonaler und nationaler Politik. National-, Regierungs- und Grossräte genossen das musikalische Kontrastprogramm.

Susanna Vanek
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«Die Bajadere»: Das eher unbekannte Stück begeisterte die Premierenbesucher.Emanuel Freudiger

«Die Bajadere»: Das eher unbekannte Stück begeisterte die Premierenbesucher.Emanuel Freudiger

Für die anwesenden Nationalräte und Nationalrätinnen stellte der musikalische Abend ein wohltuendes Kontrastprogramm zum trockenen Sessionsalltag dar, wie mehrere meinten. Corina Eichenberger-Walther (FDP) outete sich als Operettenfan, weswegen sie die Einladung für die aktuelle Premiere gerne angenommen habe. Maximilian Reimann (SVP) ist seit Jahren mit Walter Staubli befreundet und daher immer wieder im Publikum der Operette Bremgarten.

Ruth Humbel Näf (CVP) kam für einmal ohne ihre musikalische Tochter Flavia Näf – diese war nämlich als Organistin für einen Gottesdienst in Turgi gebucht. Dafür waren Mutter und Tochter, die neben der Liebe zur Musik diejenige zum Sport teilen, am Vormittag zusammen joggen gegangen. Yvonne Feri (SP) zeigte sich tief beeindruckt, wie Vereine und damit unzählige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer keine Mühen scheuen, um grosse kulturelle Anlässe auf die Beine zu stellen.

Zwei grosse Operettenfans

Regierungsrat Roland Brogli (CVP), als «Götti» der Fricktaler Operette ein Operettenfan, reiste gerne ins Freiamt an, «denn die Operette Bremgarten geniesst einen ausgezeichneten Ruf. Die Stückwahl finde ich spannend.» Sein Regierungsratskollege Alex Hürzeler (SVP) kam einerseits in seiner Funktion als Aargauer Kulturdirektor. «Der Kanton unterstützt die Operettenbühne, da ist es selbstverständlich, dass ich mir die Aufführungen auch anschaue.» Andererseits, bekannte er, sei er ein Genussmensch. «Und als solcher habe ich grosse Freude an schönen Melodien.»

Unter den geladenen befanden sich auch zahlreiche Grossräte und Grossrätinnen. Thomas Leitch-Frey (Wohlen) und Rosmarie Groux (Berikon, beide SP) mussten dafür etwas Stress in Kauf nehmen, denn am Nachmittag fand in Baden die Fraktionssitzung ihrer Partei statt. Beide finden es aber super, dass ein so toller kultureller Anlass quasi vor ihrer Haustüre stattfindet, weswegen sie die Eile gerne in Kauf nahmen.

SVP-Grossrat Andreas Glarner (Oberwil-Lieli) mag die Operette Bremgarten, denn diese sei die erste gewesen, die ihm vor zwölf Jahren nach seiner Wahl in den Grossrat eine Einladung geschickt habe. Seither sei er immer zu den Premieren gekommen.

Ehrengäste auch aus Zürich

Aus Zürich angereist war Autor und «NZZ am Sonntag»-Journalist Willi Wottreng. Er sei ein Fan des Komponisten Kàlmàn, erläuterte er, und als er gehört habe, dass in Bremgarten «Die Bajadere» gegeben wurde, sei für ihn klar gewesen, dass er die Aufführung besuchen müsse. Ebenfalls aus Zürich angereist kam die Familie des Regisseurs Paul Suter. Seine Frau Season ist für das Bühnenbild verantwortlich. Tochter Yan Guan und Sohn Yan Din meinten, die Operette sei an ihrem Familientisch keineswegs ständig erörtert worden. «Im Gegenteil, wir sind darum sehr gespannt, denn wir wissen noch nicht sehr viel über die Aufführung.» Beide bekannten, dass sie selber am liebsten auch bei der Operette Bremgarten mitmachen würden.

Unterstützung der Einheimischen

Auch die wieder gewählten Stadträtinnen Monika Briner und Bernadette Sutter sowie der ebenfalls im Amt bestätigte Stadtammann Raymond Tellenbach nahmen an der Premiere teil. Alle drei betonten, sie wären auch im Falle einer Nichtwahl gekommen. Die Stadtratsmitglieder freuten sich, dass in Bremgarten ein so wichtiger kultureller Anlass wie die Operette Tradition habe. Briner und Tellenbach wollen die Aufführung noch ein weiteres Mal besuchen, Tellenbach mit seinen Kindern.

Die Bremgarter Bezirksgerichtspräsidentin Isabelle Wipf liess sich den Premierenbesuch einmal mehr ebenfalls nicht nehmen. Sie und ihr Mann Peter, Stiftungspräsident des Künstlerhauses Boswil, liebten die klassische Musik, meinte Wipf.

Severin Rangosch , CEO der BDWM Transport AG, sagte, er sei froh, dass sich «seine» Bahn das Sponsoring für die Operette leisten könne. «Die Besucher sind ja unsere Fahrgäste.»

Peter Hochuli, Präsident der Volkshochschule Bremgarten, hat im Rahmen einer Veranstaltung der Volkshochschule eine Einführung in «Die Bajadere» und einen Probebesuch mitgemacht. Sein Fazit: «Wir haben viele neue Fans der Operette Bremgarten generiert – diese Aufführung ist einfach grandios.»

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