Prozess

Ehepaar betrieb Hanfanlage – viel Geld floss nach Thailand

Im Keller betrieb das Ehepaar eine Indoor-Hanfanlage. (Symbolbild)

Im Keller betrieb das Ehepaar eine Indoor-Hanfanlage. (Symbolbild)

Im Keller stellte das Ehepaar 23,5 Kilo Marihuana her, das es an Kunden verkaufte – nun stand das Ehepaar vor dem Bezirksgericht Bremgarten.

Vier Jahre lang betrieb ein 57-jähriger Maschinenführer neben seinem Beruf in einem Wohnquartier in Wohlen eine lukrative Hanf-Indooranlage, bis die Polizei einschritt. Die Ehefrau unterstützte ihren Mann vor allem bei Erntearbeiten.

Das Bezirksgericht Bremgarten befand, dass die Eheleute als Bande gehandelt hätten, obwohl der Tatbeitrag der Frau wesentlich geringer sei als der ihres Mannes. Gemeinsam hätten sie demnach auch gegen das Geldwäschereigesetz verstossen.

Vom Erlös, den die Staatsanwaltschaft mit 90'000 Franken beziffert, floss ein grosser Teil auf Konten in Thailand ab. 64'000 Franken investierte das Ehepaar in ein Baugrundstück in Thailand, dem Heimatland der Frau. Das sei kein Drogengeld gewesen, sondern Erspartes, das ihm seine Ex-Frau ausbezahlt habe, beteuerte der Beschuldigte.

Nicht so schlimm?

Die amtlichen Verteidiger versuchten den Ball flachzuhalten. Die Ehefrau sei nur Gehilfin ihres Mannes gewesen, und das nur widerwillig. Und ihr Mann habe einen grossen Teil der 23,5 Kilo verkaufsfähigen Marihuanas für den Eigenkonsum verbraucht. Er habe über die ganze Zeit gekifft. Erst in der Untersuchungshaft hörte er damit auf. Beide sollten deshalb mild bestraft werden.

Warum baute der Maschinenführer die Hanfanlage überhaupt auf? Er habe chronisch gekifft und dafür viel Geld verbraucht, sagte er. Eng sei es geworden, als er seine thailändische Ehefrau geheiratet und diese eine Tochter im Teenageralter mit in die Ehe gebracht habe. So sei er auf den Gedanken gekommen, den «Stoff» selber herzustellen – «ein Riesenfehler».

«Am Anfang lief das Geschäft schlecht. Ich musste viel erspartes Geld in die Anlage investieren.» Die heisse Ware verkaufte der Mann in Portionen von 100 und 300 Gramm an Kunden, die er kannte. Diese konnte die Polizei indes nicht fassen. Der Anlagenbetreiber verriet ihre Namen nicht. Bei der Hausdurchsuchung fand die Polizei 25'000 Franken in bar. Die Frau erhielt für ihre Hilfe einen Stundenlohn und war am Umsatz beteiligt.

Drogengeld geht an den Staat

Die Staatsanwaltschaft verlangte für den Mann eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren, eine bedingte Geldstrafe und eine Busse von 4300 Franken, für die Ehefrau zwei Jahre bedingt, eine bedingte Geldstrafe und eine Busse von 3300 Franken.

Das Gericht fällte ein differenziertes Urteil: Es verurteilte die Frau zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten, einer bedingten Geldstrafe und einer Busse von 1500 Franken. Als Haupttäter erhielt ihr Mann eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, davon ein Jahr unbedingt, eine bedingte Geldstrafe und eine Busse von 3500 Franken.

Solidarisch muss das Paar dem Staat rund 100'000 Franken vom Erlös aus dem Drogengeschäft zurückbezahlen. Auch die Banküberweisung für den Landkauf in Thailand sei mindestens teilweise «kontaminiert» gewesen, so Gerichtspräsident Peter Thurnherr.

«Ans Geld, das in Thailand liegt, kommen wir nicht mehr heran.» Der Mann habe die Hanfanlage aufgebaut, ohne in einer finanziellen Notlage gewesen zu sein. Auf dem Bankkonto hätten sich vor dem Start 90'000 Franken befunden. Dazu hatten beide eine Arbeitsstelle und verdienten genug Geld.

Meistgesehen

Artboard 1