Muri

Ehemaliger Arzt sucht in seinem Buch nach Antworten: Was hilft – die Medizin oder der Glaube?

Heidi Holdener, Geschäftsführerin Murikultur, Robert Häfner, Präsident des Stiftungsrates Murikultur, und Autor Urs Pilgrim (von links) präsentieren das neue Werk.

Heidi Holdener, Geschäftsführerin Murikultur, Robert Häfner, Präsident des Stiftungsrates Murikultur, und Autor Urs Pilgrim (von links) präsentieren das neue Werk.

Der frühere Murianer Arzt Urs Pilgrim vergleicht in seinem 200-seitigen Buch die Wirkung von Medizin und Religion. Bilder aus dem Kloster Muri beweisen, dass oft ein Zusammenspiel der beiden Komponenten stattfindet.

Früher einmal gehörten Religion und Medizin eng zusammen. Die Menschen, sich über ihre Sterblichkeit bewusst geworden, suchten Beruhigung, zum Beispiel im Glauben. Der frühere Murianer Arzt Urs Pilgrim stellt in seinem 200-seitigen Buch die Frage, was wirklich hilft: Medizin oder Religion. Er zeigt mit Bildern aus dem Kloster Muri auf: beides hilft. Und macht das Werk zum Geschenk an die 50-jährige Stiftung Murikultur.

Eigentlich hätte das Buch schon im November 2019 erscheinen sollen, pünktlich zum Jubiläum. Aber der Theologische Verlag Zürich konnte es in diesem Jahr nicht ins Programm aufnehmen. «Wir freuen uns auch jetzt sehr und fühlen uns geehrt», macht Robert Häfner, Präsident des Stiftungsrates, deutlich. Pilgrim wiederum betont, dass Murikultur, deren Stiftungspräsident er von 2005 bis 2016 war, viel dazu beigetragen hat, dass das Buch entstehen konnte: durch Inspiration, beispielsweise, oder durch das breite Kulturangebot, das neue Blickwinkel ermöglicht. Das verhalf dem Arzt zu einer neuen Sicht auf Kloster, Religion und Spiritualität. Sein Buch lädt ein, Architektur und Kunst in der Kirche, Kreuzgang und Museen nicht nur aus der traditionellen christlichen, sondern auch aus der ärztlichen Perspektive zu betrachten und kennen zu lernen.

«Auch viele frühere Gespräche mit Patientinnen und Patienten, die stark unter ihren Krankheiten litten, haben meine Gedanken zum Thema Medizin und Spiritualität wesentlich mitgeprägt.» Unterstützt wurde die Entstehung des Buches durch die Josef-Müller-Stiftung, die 200 Exemplare für die Stiftung Murikultur erwirbt, und durch das Museum für medizinhistorische Bücher von Dr. Franz Käppeli, das ebenfalls 200 Exemplare kauft. Das Buch, vor allem mit Bildern des Murianer Fotografen Bernhard Kägi illustriert, hat eine erste Auflage von 1000 Exemplaren und kostet 34.80 Franken. Es ist nicht nur bei Muri Info an der Marktstrasse erhältlich, sondern auch in Geschäften in der Region.

Helfen gemeinsames Ziel der Medizin und Religion

«Jesus wollte helfen, war nicht nur ein Wanderprediger, sondern auch ein wundertätiger Heiler», sagt Pilgrim. «Dem Menschen Hilfe zu bieten, war in der frühen Menschheitsgeschichte gemeinsames Ziel der Medizin und der Religion: Erklärungshilfe für grundlegende Fragen zum Leben und Sterben, aber auch Beistand in Krankheit und Leid.» Glaube, religiös und profan, spiele auch in der modernen Medizin eine bedeutende Rolle. «Glaube kann zum Gesundwerden und zum Gesundbleiben beitragen.» Neue Erkenntnisse der Geschichtsforschung, der Archäologie, der Anthropologie und der Biologie würden gewisse Schnittmengen zwischen Medizin und Religion besser verstehen.

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Autor

Eddy Schambron

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