Eggenwil
Eggenwiler lehnen 3,8-Millionen-Sanierungsprojekt deutlich ab

Deutliches Ergebnis der Referendumsabstimmung in Eggenwil: Das Vorhaben «Erweiterung und Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage» ist mit 325 Nein zu 166 Ja abgelehnt worden. Grund fürs Nein dürften die hohen Kosten sein.

Lukas Schumacher
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Verworfen: Gesamtlösung mit Klassenzimmer, Mehrzwecksaal und Kindergarten. zvg

Verworfen: Gesamtlösung mit Klassenzimmer, Mehrzwecksaal und Kindergarten. zvg

Das abgelehnte Projekt zu Kosten von 3,8 Mio. Franken umfasste die drei neuen Haupträume Kindergarten, Schulzimmer und Mehrzwecksaal sowie diverse fällige Sanierungsmassnahmen beim Schulhaus und bei der Turnhalle.

Hohe Stimmbeteiligung: 77 Prozent

Die vielen Leserbriefe im lokalen und regionalen Blätterwald vor dem Urnengang täuschten nicht, die Referendumsabstimmung hat die Dorfbewohner der kleinen Gemeinde mobilisiert. Von den 633 Stimmberechtigten taten 492 ihre Meinung kund, was einer beachtlich hohen Stimmbeteiligung von 77 Prozent entspricht. Ein Stimmzettel war leer, einer ungültig. Auf 325 Zetteln stand Nein, auf 166 Ja. Somit wird der Beschluss der Gemeindeversammlung von Ende November 2012 bestätigt. Die damalige «Gmeind» hatte das Vorhaben in geheimer Abstimmung mit 98 Nein gegen 79 Ja verworfen.

«Überrissene Kosten»

Als wenig überraschend bezeichnet Susanne Egloff, Gegnerin des Projekts und ehemalige Gemeinderätin, das Abstimmungsergebnis: «Die überrissenen Kosten von 3,8 Millionen Franken und die damit verbundene Steuerfusserhöhung brachten das Projekt zu Fall.» Eggenwil als kleines Dorf dürfe sich ein derart komfortables Vorhaben nicht leisten. Klar sei, dass die geplanten Sanierungsmassnahmen in Turnhalle und Schulhaus ausgeführt werden müssten. Es liege nun am Gemeinderat, «ein neues, bescheideneres Neubauprojekt aufzugleisen.»

Neues Projekt am 21. Juni

«Schade um die geplant gewesene vorzügliche Gesamtlösung», sagte Gemeinderat Roger Hausherr, «aber das klar ausgefallene Resultat wird selbstverständlich respektiert und umgesetzt.» Laut Hausherr wird nun der «Sommergmeind» vom 21. Juni ein stark reduziertes Projekt unterbreitet, ohne Gemeindesaal. «An der Gemeindeversammlung möchte die Gemeindebehörde auch in Erfahrung bringen, ob die Sechstklässler in Bremgarten/Zufikon oder in unserem Dorf unterrichtet werden sollen.» Eine externe Unterrichtslösung würde das Neubauvorhaben weiter verkleinern und verbilligen, hätte aber auch Schulgelder an Bremgarten/Zufikon zur Folge, welche Eggenwil überweisen müsste.

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