Eggenwil

Eggenwiler Gemeinderat ärgert sich über Geheimanfrage von Sunrise

Sunrise sucht in Eggenwil nach Antennenstandorten - und verärgert damit den Gemeinderat (Symbolbild / Walter Schwager).

Sunrise sucht in Eggenwil nach Antennenstandorten - und verärgert damit den Gemeinderat (Symbolbild / Walter Schwager).

2009 haben sich die Mobilfunkanbieter verpflichtet, den Gemeinderat bei Anfragen für Antennenstandorte zu informieren. Nun hat Sunrise direkt Private angefragt – der Gemeinderat reagiert verärgert.

Biagio Incollingo, der Vizeammann von Eggenwil, ist wütend. «Die Spielregeln sind klar, doch Sunrise hält sich nicht daran», sagt er. Vor rund drei Wochen erhielten zehn Einwohner von Eggenwil eine schriftliche Anfrage für eine Mobilfunkantenne auf ihren Häusern. Die Briefe hat die m.concept.ag im Auftrag der Huawei Technologies Switzerland AG und diese wiederum im Auftrag der Sunrise Communications AG verschickt.

Vereinbarung mit Mobilfunkfirmen

«Vor drei Jahren haben die Mobilfunkanbieter mit dem Kanton und 180 Gemeinden eine Vereinbarung getroffen, dass die Gemeindebehörden bei der Suche nach neuen Standorten informiert werden», sagt Incollingo. Genau dies hätten Sunrise oder die von ihr beauftragten Firmen in Eggenwil jedoch unterlassen. «Wir haben nur zufällig von den Aktivitäten erfahren, weil auch ein Mitglied des Gemeinderats eine briefliche Anfrage erhalten hat und sich Einwohner auf der Gemeindekanzlei gemeldet haben», sagt Incollingo.

Besonders störend für den Vizeammann: «Sunrise hat uns mitgeteilt, dass in Eggenwil eine Natelantenne geplant sei, andere Standorte aber eine höhere Priorität hätten». Dass nun Private angeschrieben wurden, ist für Biagio Incollingo ein Vertrauensbruch. Er hat sich bei Sunrise beschwert und von der Firma eine Liste der angeschriebenen Eigentümer und Einblick in die Korrespondenz mit ihnen verlangt.

Sunrise-Beauftragte wehrt sich

Chiara Armari, Projektleiterin bei der Huawei AG, die für Sunrise mögliche Antennenstandorte sucht und evaluiert, kontert die Vorwürfe. «Wir haben uns an die Vereinbarung von 2009 Gemeinden gehalten», sagt sie. Diese sehe nur vor, dass die Gemeinden einmal pro Jahr über Pläne für Antennenstandorte informiert würden. «Dies haben wir in Eggenwil getan, dass wir danach selber Eigentümer von Liegenschaften angehen, ist üblich.» Möglich seien auch Standortvorschläge durch die Gemeinde, sagt Armari. «Dies ist in Eggenwil aber nicht geschehen», hält die Projektleiterin fest. Derzeit gebe es noch keine konkreten Interessenten, sagt Armari. Sie verspricht: «Wir werden uns an das vereinbarte Vorgehen halten und den Gemeinderat informieren, sobald ein möglicher Standort feststeht.» Dann habe die Gemeinde die Möglichkeit, alternative Standorte vorzuschlagen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1