Merenschwand
Durchgangsplatz für Fahrende kostet Merenschwand nichts

Der vom Kanton geplante Durchgangsplatz für Schweizer Fahrende in Benzenschwil/ Merenschwand hat die SVP Bezirk Muri auf den Plan gerufen. Sie will den Platz mit einer Petition verhindern und behauptet, die Standortgemeinde werde zur Kasse gebeten.

Eddy Schambron
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Ein Durchgangsplatz für Fahrende würde die Standortqualität der Gemeinde Merenschwand massiv verschlechtern, erklärt die SVP Bezirk Muri. Die Unterhaltskosten würden den Ertrag übersteigen und zu Lasten der Standortgemeinde gehen. Dem widerspricht Jörg Hartmann, Leiter Fachstelle Fahrende beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt: «Durchgangsplätze sind zumindest kostendeckend oder rentieren, ein allfälliges Defizit würde aber der Kanton übernehmen.»

Seit März 2010 steht im kantonalen Richtplan, dass im Freiamt ein Durchgangsplatz für Fahrende geschaffen werden soll. Südlich des Kreisels Benzenschwil besitzt der Kanton Land. Auf einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern plant er Plätze für 10 bis 15 Wohnwagen und ein Sanitärgebäude. Gemäss «Konzept Fahrende Kanton Aargau» dient ein Durchgangsplatz nur dem kurzfristigen Aufenthalt von Schweizer Fahrenden mit einer Dauer bis zu einem Monat während der sommerlichen Reisetätigkeit.

Gemäss diesem Konzept entstehen der Standortgemeinde eines Durchgangsplatzes keine Kosten. Der Kanton erstellt und finanziert den Bau auf eigenem Land. Die Standortgemeinde stellt den Betrieb sicher. Die Fahrenden bezahlen Miete an die Gemeinde, welche in aller Regel die Betriebskosten decken.

Ist das nicht der Fall, springt der Kanton ein: «Der Kanton übernimmt allfällige Defizite aus dem Betrieb von Stand- und Durchgangsplätzen», heisst es im Konzept. Da die meisten aktiv Fahrenden schweizerischer Nationalität den Winter auf einem Standplatz verbringen und dort ganzjährig behördlich registriert sind, können in Gemeinden mit Durchgangsplätzen beispielsweise auch keine Sozialhilfekosten anfallen; bei Standplätzen übernimmt der Kanton der Gemeinde nachweislich entstandene Kosten.

Auch widerspricht Hartmann der Behauptung der SVP, schweizweit würden schlechte Erfahrungen mit Durchgangsplätzen gemacht. «Auf den offiziellen Durchgangsplätzen haben wir keine Probleme, wirklich nicht.»