Für den Verein Schlössli hat das Jahr gut begonnen. Die Referendumsfrist zum Beschluss der Ortsbürgergemeinde, an die Sanierung des ältesten Wohler Steinhauses 400'000 Franken beizusteuern, ist ungenutzt abgelaufen. Damit und mit dem bisher durch Spenden angehäuften Kapital, sei der Finanzbedarf von 0.9 Mio. Franken mittlerweile zu 70 % gesichert.

Zwei weitere wichtige Entscheide stehen noch bevor. Am nächsten Montag, 25. Januar, entscheidet der Einwohnerrat über einen Beitrag der Gemeinde Wohlen von 100'000 Franken und im März der Regierungsrat über einen Zustupf von weiteren 100'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds.

Diese beiden Geschäfte hängen zwar nicht zusammen. Aber es wird vermutet, dass der Regierungsrat eher bereit ist, Geld aus dem Swisslos-Fonds locker zu machen, wenn sich die (Einwohner-)Gemeinde Wohlen auch am Projekt zur Erhaltung des historischen Gebäudes beteiligt.

GPK lehnt Beitrag offenbar ab
Die Anzeichen verdichten sich, dass der Entscheid im Einwohnerrat knapp werden könnte. Offenbar hat sich die Geschäftsprüfungskommission mit einer knappen Mehrheit gegen den Beitrag ausgesprochen.

Bekannt ist auch, dass sich die SVP mit überwiegender Mehrheit gegen die 100 000 Franken aussprechen wird und auch bei der FDP stösst die Vorlage offenbar mehrheitlich auf Ablehnung, bei der CVP-Fraktion darf von einer mehrheitlichen Zustimmung ausgegangen werden.

Hauptgrund für die Skepsis ist die Finanzlage. Die Gegner sagen, es sei bei so knapper Kasse nicht opportun, für dieses Projekt Geld locker zu machen. Die Befürworter hingegen argumentieren damit, Wohlen habe in der Vergangenheit schon zu viele historische Gebäude abgebrochen.

Das aus dem 15., allenfalls sogar aus dem 12. Jahrhundert stammende Schlössli müsse erhalten werden. Die Investition in das Projekt sei auch angesichts der knappen Finanzlage vertretbar. Für den Verein Schlössli wäre die Ablehnung des Kredits sicher ein Rückschlag, aber wohl kaum das Aus für das Projekt.