65-kg-Ringer Michael Bucher zieht zwiespältige Bilanz zur Nationalliga-A-Mannschaftsmeisterschaft seines Teams. Wohl sicherte sich Freiamt vor 600 Zuschauern in der Bachmattenhalle Muri die dritte Bronzemedaille in Serie. Damit verabschiedete sich Trainer Adi Bucher nach drei Jahren ohne Steigerung. Mit der Integration des Tschetschenen Magomed Aischkanow und der Reaktivierung des unverwüstlichen Reto Gisler glaubten die Freiämter im Laufe der Saison an einen Exploit. Doch die insgeheim erhoffte Finalqualifikation blieb aus. «Wir waren in Kriessern zu wenig abgeklärt», sagt Michael Bucher.

Immerhin bescherte er seinem Bruder Adi ein sportliches Abschiedsgeschenk. Der 21-jährige Merenschwander, der seine internationale Karriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, gewann seinen turbulenten Fight buchstäblich in letzter Sekunde 7:6. «Da habe ich auch für Adi gekämpft. Das war für mich sehr emotional», gestand Michael Bucher.

Beim Trainer überwog die Genugtuung. «Unsere Ringer hatten diesmal die Nerven im Zaum. Schade, dass uns dies nicht im Halbfinal gelungen ist.» Das klare Resultat nach dem 22:16-Sieg in Einsiedeln fiel den Freiämtern nicht in den Schoss. «Die erste Halbzeit war brutal hart», so Adi Bucher. Die Zwillinge Nils und Nino Leutert gewannen 5:4 und 7:2 und machten die Schwergewichtler-Niederlagen von Jeremy Vollenweider und Marc Weber halbwegs wett.

Einsiedelns Pech

Nach der Pause knickten Einsiedelns Hoffnungen abrupt. Bei einem Beinangriff von Reto Gisler zog sich der favorisierte Andreas Burkard eine schwere Knieverletzung zu. Die Forfaitniederlage brachte das Heimteam 12:9 in Front. Dank einem starken Finish siegte Randy Vock. Pascal Strebel schulterte seinen Gegner nach 76 Sekunden, womit er den Freiämter Teamerfolg und seinen Sieg in der nationalen Einzelwertung sicherte. Der Olympionike gewann diesen Herbst alle 14 Einsätze. «Ja, diese Saison verlief für mich sehr gut. Das zweiwöchige Trainingslager in der Ukraine tat mir gut», erklärt er seine Topleistung. Als Nachfolger von Adi Bucher sieht er sich aber nicht. «Ich will mich vorläufig noch auf meine Einsätze auf der Matte konzentrieren.»

Noch ist der neue Trainer nicht bekannt. Stattdessen liess sich Adi Bucher feiern. Seine zehn Ringer bildeten bei der Medaillenübergabe mit speziellen T-Shirts die Worte «Danke! Adi!» und verdeutlichten so die Wertschätzung gegenüber seiner Arbeit.