«Niklas»

Drei Verletzte, gesperrte Strassen und ein Stromunterbruch

Am Dienstagmorgen stürzte dieser Baum auf die Strasse zwischen Bünzen und Bremgarten. Die Strasse musste von der Feuerwehr gesperrt werden.

Am Dienstagmorgen stürzte dieser Baum auf die Strasse zwischen Bünzen und Bremgarten. Die Strasse musste von der Feuerwehr gesperrt werden.

Das Sturmtief war auch im ganzen Aargau zu spüren: Es entwurzelte Bäume, unterbrach den Strom. Eine Spaziergängerin und zwei Arbeiter wurden verletzt. Die stärkste Windböe wurde mit 119 km/h in Strengelbach gemessen.

Er war zwar nur auf der Durchreise, hinterliess aber bleibenden Eindruck: Niklas. Meteorologisch gesehen zählt er zu den Winterstürmen, wie Roger Perret, Meteorologe beim Wetterdienst Meteonews, erklärt: «Am 1. März begann der meteorologische Frühling. Niklas ist aber ein typischer Wintersturm.»

Im Aargau erreicht er Orkanstärk: «In Strengelbach wurde mit 119 km/h die höchste Geschwindigkeit im Flachland gemessen.» Einen Sturm dieser Stärke gebe es im Schnitt alle zwei Jahre. Bei der Kantonspolizei gingen laut Sprecher Roland Pfister zwei Dutzend Meldungen ein. Hauptsächlich wurden Bäume entwurzelt.

25 Feuerwehren wurden für Räumungsarbeiten aufgeboten. Mehrere Strassen mussten vorübergehend gesperrt werden. Etwa die Kantonsstrassen zwischen Villmergen und Büttikon oder zwischen Bünzen und Bremgarten im Freiamt: Eine Tanne fiel quer über die Hauptstrasse, verletzt wurde niemand.

In Gränichen wehte Niklas gar ein Trampolin auf die Schienen der Wynental-Suhrental-Bahn.

In Gränichen wehte Niklas gar ein Trampolin auf die Schienen der Wynental-Suhrental-Bahn.

Spaziergängein eingeklemmt

Weniger Glück hatte eine Spaziergängerin im Wald zwischen Kölliken und Gretzenbach: Sie wurde von einem Baum eingeklemmt, konnte aber den Notruf wählen. «Über Mittag führten wir eine Suchaktion mit acht Patrouillen und einem Personenspürhund durch», erklärt Roland Pfister. Schliesslich wurde die Frau auf Solothurner Boden gefunden und leicht verletzt der Ambulanz übergeben.

Ebenfalls leicht verletzt wurden zwei Bauarbeiter in Brugg: Sie wurden von Kantholz getroffen, das von einem Baugerüst heruntergewindet worden war. Die Ortschaften Bellikon, Bremgarten, Eggenwil, Künten, Remetschwil, Busslingen und Stetten waren über Mittag zwei Stunden ohne Strom: Ein Baum sorgte für einen Kurzschluss, das AEW-Unterwerk Bremgarten schaltete automatisch ab.

Bis Dienstagabend war der Hauptsturm vorbei, laut Meteorologe Perret sind heute aber weiterhin starke Böen und teils starke Schauer möglich. Müssen die Aargauer also nach dem Wind nun das Wasser fürchten? «Wenn, dann erst am Donnerstag oder Freitag.»

Gemäss Bundesamt für Umwelt besteht vorerst kein Anlass zur Sorge. Im aktuellen Naturgefahrenbulletin heisst es, seit Montagabend seien die Wasserstände der Fliessgewässer wieder gesunken. Die Pegel der Seen stiegen infolge der erhöhten Zuflüsse weiter an.

Am Mittwoch und Donnerstag sei mit erneuten Abflussanstiegen zu rechnen. An grösseren Gewässern würden jedoch «nach derzeitiger Einschätzung keine Warnstufen erreicht.»  (rio)

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