Was schon länger in der Luft liegt, soll nächstes Jahr Wirklichkeit werden: Die Raiffeisenbanken Abtwil (RBA), am Lindenberg (RBaL) und Oberfreiamt (RBO) planen den Zusammenschluss. Dieser soll an ihren Generalversammlungen im Jahr 2017 traktandiert werden.

Das Zusammenrücken dieser Banken wird zu einer Raiffeisenbank mit knapp 11 300 Mitgliedern, 58 Mitarbeitenden und einer Bilanzsumme von rund 1,2 Mia. Franken führen. Die Raiffeisenbanken Merenschwand und Boswil haben sich weiterhin für die Beibehaltung ihrer Selbstständigkeit entschieden. «Man hätte sich auch ein grösseres Gebilde, also zusammen mit Merenschwand und Boswil, vorstellen können», räumt Kilian Rosenberg, Verwaltungsratspräsident der RBaL ein.

Agieren statt reagieren

Der geplante Zusammenschluss wird nicht «von oben», also vom Dachverband der Raiffeisenbanken in St. Gallen, diktiert. «Es sind unternehmerische Überlegungen, die uns zu diesem Schritt führen. Wir wollen aus der Stärke heraus agieren und nicht erst reagieren, wenn der wirtschaftliche Druck so gross ist, dass er zum Handeln zwingt.» Überlegungen haben sich die Verantwortlichen auch schon zur Führung der fusionierten Oberfreiämter Raiffeisenbank gemacht: Marc Jordan, jetzt Bankleiter der RBO, soll die neue Bank führen.

Der Verwaltungsrat selber wird mit sechs Personen besetzt sein, drei von der RBO, zwei von der RBaL und eine Person der RBA. Als Verwaltungsratspräsident wird Dominik Erny, heute Verwaltungsratspräsident der RBO, vorgeschlagen. Rosenberg, heute Verwaltungsratspräsident der RBaL, soll Vizepräsident werden. Die Bankleiter in Abtwil und Beinwil bleiben im Unternehmen; bei ihnen winkt am Horizont die Pensionierung. «Wir können in der Übergangsphase viel von ihrem Know-how profitieren», betont Rosenberg.

Dorfbank bleiben

«Im Zentrum der Überlegungen steht der langfristige, höchstmögliche Nutzen für Mitglieder, Kunden und Mitarbeitende», heisst es in der entsprechenden Ankündigung. Die gewohnte Verbundenheit und Kundennähe der genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken sollen beibehalten werden.

Gleichzeitig soll die Dorfbank in Bezug auf Fachkompetenz, Dienstleistungsqualität und Wettbewerbsfähigkeiten im Gleichschritt mit der ganzen Branche bleiben. «Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden wie gewohnt auch in Zukunft in unseren verschiedenen Geschäftsstellen ihre Kunden bedienen», versprechen die Bankleiter.

Heute arbeiten bei der Raiffeisenbank Abtwil vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Bank weist eine Bilanzsumme von 73 Mio. Franken aus und zählt gut 600 Genossenschafter. Für die Raiffeisenbank am Lindenberg mit einer Bilanzsumme von 430 Mio. Franken arbeiten 23 Mitarbeitende; hier besitzen 2700 Genossenschafter die Bank.

Mit einer Bilanzsumme von 698 Mio. Franken und 31 Mitarbeitenden ist die Raiffeisenbank Oberfreiamt die grösste im Verbund. Sie zählt 7900 Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Gesamtschweizerisch werden 292 Raiffeisenbanken mit gut 1000 Standorten gezählt. Sie gehören mit einer Bilanzsumme von rund 210 Milliarden Franken zur drittgrössten Bankengruppe der Schweiz.