Muri

Drei Kirchen, drei Fasnachtsgesellschaften, jetzt auch drei Weine: Der neue kommt aus dem Holzfass

Ortsbürgergutsverwalter Josef Stierli schenkt dem Präsidenten der Ortsbürgerkommission, Hans Peter Frey, ein Glas «Tribus» ein. Im Hintergrund freuen sich die Kelterer, Christina und Thomas Lindenmann, vom gleichnamigen Weingut in Seengen.

Ortsbürgergutsverwalter Josef Stierli schenkt dem Präsidenten der Ortsbürgerkommission, Hans Peter Frey, ein Glas «Tribus» ein. Im Hintergrund freuen sich die Kelterer, Christina und Thomas Lindenmann, vom gleichnamigen Weingut in Seengen.

Die Ortsbürger von Muri ergänzen ihren «Klosterfelder» und «Stiefeli-Ryter» mit dem «Tribus», gekeltert aus der neuen Sorte Gamaret.

Aller guten Dinge sind drei. Das sagte sich auch die Ortsbürgergemeinde Muri und liess auf dem eigenen Rebberg eine zusätzliche Weinsorte wachsen. Neben Blauburgundertrauben für den roten «Klosterfelder» und den Riesling-Sylvaner für den weissen «Stiefeli-Ryter» wurden erstmals Trauben der Sorte Gamaret geerntet und gekeltert. «Tribus» heisst der neue Murianer Wein, der von der Weinkellerei Lindenmann in Seengen im Holzfass ausgebaut wurde.

Es ist die dritte Etappe bei der Neuanpflanzung des Murianer Rebbergs. Muri hat drei Dorfteile, drei Kirchen, es wird der dritte Wein angepflanzt und es gibt drei Fasnachtsgesellschaften. «Da passt der etwas spezielle Name ‹Tribus› bestens», erklärt der Präsident der Ortsbürgerkommission, Hans Peter Frey. Die Kommission hatte 2014 beschlossen, eine dritte Sorte Reben anzupflanzen. Ein Jahr später wurden 1000 Stöcke gesetzt.

«Der Entscheid, eine rote Sorte anzubauen, war schnell klar», erklärt Thomas Lindenmann, der für die Murianer den Wein auf seinem Weingut in Seengen keltert. Mit der Sorte Gamaret sei eine robuste Pflanze gewählt worden, die sich auch recht resistent gegen nasses Herbstwetter auszeichne. Die Trauben werden nicht allzu spät reif, sondern etwa zeitgleich wie die Blauburgunder. Sie eignen sich ebenfalls dafür, einmal eine Cuvée zu produzieren. Geerntet wurde rund eine Tonne Trauben, was für 700 Flaschen reichte.

Ausgebaut im französischen Holzfass

Ausgebaut wird der Murianer «Tribus», eine klassische Maischegärung, in französischen Holzfässern. Damit kann man «spielen». Je nachdem, ob neue Holzfässer verwendet werden oder bereits benutzte, je nach Länge der Lagerung in diesen, verändert sich der Wein beziehungsweise sein Aroma. «Der jetzige ‹Tribus› ist zwei bis drei Jahre lagerfähig und dürfte sich in der Flasche weiter positiv ausbauen», erklärt der Kelterer, der zufrieden ist mit dem ersten Ergebnis. Überhaupt lobte er die gute Zusammenarbeit mit der Murianer Ortsbürgergemeinde. Und umgekehrt machte Frey deutlich: «Seit wir mit Thomas und Christina Lindenmann keltern, haben wir mit den Murianer Weinen einen Riesensprung gemacht.» Die bekannten «Klosterfelder» und «StiefeliRyter» kosten in der 75 cl-Flasche je Fr. 13.50. Der «Tribus» ist mit 24 Franken deutlich teurer, aber nicht, weil er neu ist, sondern weil er aufwendiger ausgebaut ist und die Flasche statt eines Drehverschlusses – edler – einen Korken erhält. Gestaltet wurde die Etikette wieder von der Murianer Grafikerin Nicole Laubacher.

Bezogen werden kann der «Tribus», wie alle Murianer Weine, entweder bei Ortsbürgergutverwalter Josef Stierli oder in der Chäsi Wey, Landi Muri und bei Staubli Getränke, Muri. Am 26. Oktober gibt es bei Staubli genauso Degustationen wie an der Metzgete des Museums für Pflug und Korn oder am 2. November bei der Chäsi Wey.

Der südlichste Rebberg im Kanton Aargau

Anfang der 70er-Jahre entschied die Ortsbürgergemeinde, auf Initiative von Josef Raeber und Alfred Frey, einen Rebberg anzupflanzen. 1973 wurden die ersten Rebstöcke gesetzt. Der Rebberg der Ortsbürgergemeinde Muri ist der südlichst gelegene Rebberg im Kanton Aargau. Er hat eine Fläche von einer Hektare, auf der 3500 Rebstöcke gedeihen.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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