Hermetschwil-Staffeln
Drei Katzen in Freiämter Dorf verschwunden: Geht ein Katzenhasser um?

Innert weniger Wochen sind im Freiämter Dorf Hermetschwil-Staffeln mehrere Katzen verschwunden. Die Tierbesitzer befürchten, dass ein Katzenhasser sein Unwesen treibt. Die Polizei hat keine Spuren eines möglichen Katzenhassers.

Andrea Marthaler
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In Hermetschwil-Staffeln werden mehrere Katzen vermisst. zvg

In Hermetschwil-Staffeln werden mehrere Katzen vermisst. zvg

«Erst dachte ich, unser Momo sei überfahren worden, als er länger nicht nach Hause kam», sagt Isabelle Wipf.

Als sie allerdings auf weitere Vermisst-Meldungen in Hermetschwil-Staffeln stiess und vernahm, dass noch weitere Katzenbesitzer ihre Büsi vermissen, glaubte sie nicht mehr an einen Zufall. «Geht ein Katzenhasser im Dorf umher?», begann sie sich zu fragen. Von mindestens drei verschwundenen Katzen innert dreier Wochen hat Wipf Kenntnis.

Andrea Schneiter vermisst gleich zwei ihrer drei Katzen. Als ihr junger Kater Pacco, der gerne in den Wald ging, verschwand, dachte sie sich noch nicht viel dabei. Drei Wochen später war aber auch Sheena spurlos verschwunden.

«Das Tigerli lebte seit acht Jahren bei uns und war immer nur ums Haus herum», sagt Schneiter. «Vielleicht ist das tatsächlich nur ein Zufall. So recht daran glauben kann ich aber nicht mehr.» Schneiter befürchtet, dass jemand die Katzen einsammelt.

Keine Kenntnis bei der Polizei

Wegen der gehäuften Vermisstfälle hat Isabelle Wipf auch auf der Gemeinde nachgefragt. Gemeindeschreiber Beat Deubelbeiss ist allerdings nichts Besonderes aufgefallen. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand vorsätzlich Katzen tötet. Hingegen gibt es in einem Dorf wie unserem viele Gefahren für die Tiere», sagt er auf Nachfrage.

Bei der Regionalpolizei wie auch bei der Kantonspolizei hat man ebenfalls keine Meldung von einem Katzenhasser. «Selbst mehrere Vermisstmeldungen können puren Zufall sein», sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau.

Vielfach würden die Katzen überfahren. In diesem Fall versucht die Polizei die Katzen ihren Besitzer zuzuordnen, betont Manfred Tschannen, Chef der Regionalpolizei Bremgarten: «Wir vermerken vermisste Katzen bei uns.» Allerdings habe man keine Kenntnis von einer Häufung von Vermisstfällen.

Anders Astrid Becker, Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins: «Ich kenne das, im Herbst werden jeweils sehr viele Katzen vermisst.» An ihrem Wohnort Fislisbach habe es aktuell auch viele Aushänge betreffend verschwundenen Katzen. Becker selber vermisst ebenfalls eine.

Ob das ein Zufall ist oder jemand dahinter steckt, könne man meist nicht sagen. «Es gibt so viele Möglichkeiten, weshalb eine Katze nicht wieder auftaucht: Der Fuchs hat sie geholt, sie ist überfahren oder von einer anderen Katze vertrieben worden. Manche laufen auch einfach davon», sagt Becker.

Sie kann sich vorstellen, dass im Herbst bei Nebel und in der Dämmerung vermehrt Katzen angefahren werden. Nicht immer findet man die Besitzer.

Ungewissheit ist das Schlimmste

Für Isabelle Wipf und ihre Familie ist die Ungewissheit das Schlimmste. Sie wissen nicht, was mit ihrem Momo passiert ist, haben Strassen abgefahren, beim Abdecker nachgefragt und auch schon im Wald gesucht.

Die Ungewissheit, ob es einen Katzenhasser in der Umgebung gibt, lässt sie nicht los: «Unser Kater ist nicht gechippt, die anderen beiden vermissten Katzen aber schon. Zumindest bei denen müsste man doch herausfinden, was mit ihnen geschehen ist.»