Bremgarten
Drei Engel für behinderte Menschen

Thomas Bopp, der neue Leiter der St.-Josef-Stiftung, blickt auf 100 Tage im Amt zurück und lobt die Freiwilligenarbeit.

Dominic Kobelt
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Sie leisten alle einen Beitrag, damit es behinderte Menschen besser haben (von links): Stiftungsleiter Thomas Bopp, die agogische Leiterin Daniela Oehrli und der freiwillige Helfer Sepp Strebel. Dominic Kobelt

Sie leisten alle einen Beitrag, damit es behinderte Menschen besser haben (von links): Stiftungsleiter Thomas Bopp, die agogische Leiterin Daniela Oehrli und der freiwillige Helfer Sepp Strebel. Dominic Kobelt

Es sind ausschliesslich positive Töne zu vernehmen an der Pressekonferenz, die Stiftungsleiter Thomas Bopp anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt gibt. «Ich fühlte mich vom ersten Tag an willkommen, spürte eine gesunde Neugier an meiner Person und nahm wahr, dass ich gebraucht werde», sagt Bopp. Die Stiftung kennen zu lernen sei ein langer Prozess, er mache nach Möglichkeit mindestens einen Besuch pro Woche auf einer Wohngruppe oder in einem Fördersetting. «Ich möchte mir damit auch Zeit lassen, habe mir aber zum Ziel gesetzt, dass ich nach einem Jahr überall einmal gewesen bin und alle Mitarbeiter kenne.»

Lob gibt es von Thomas Bopp auch für seinen Vorgänger Manfred Breitschmid, der das Amt 27 Jahre lang innehatte: «Nach über vier Monaten kann ich mir ein Bild über sein Wirken machen – sein Anteil an den Errungenschaften in personeller und struktureller Hinsicht ist gross.» Breitschmied habe fachlich überzeugende Arbeit geleistet. Auch vom Personal zeigt sich Bopp beeindruckt: «Mir imponiert, mit welcher Liebe und Zuneigung die Mitarbeitenden den Bewohnerinnen und Bewohnern begegnen.»

In diesem Jahr wird dem Stiftungsleiter die Arbeit sicher nicht ausgehen. Die Fertigstellung des Neubaus, der Umzug der Wohngruppen und eine Strategie zur Nutzung des Zentralbaus sind die grossen Themen – «es ist noch nichts spruchreif, aber wir haben Fahrt aufgenommen».

Rund 30 Freiwillige im Einsatz

Die St.-Josef-Stiftung setzt neben der professionellen Arbeit als Ergänzung auf Freiwilligenarbeit, wie Daniela Oehrli, agogische Leiterin, erklärt: «Bei uns sind zurzeit 31 Freiwillige im Einsatz, die mit Bewohnern spazieren gehen, mit ihnen an die Fasnacht ins ‹Jojo› gehen oder andere Sachen mit ihnen unternehmen.» Die Arbeit sei stark bezugspersonenorientiert, das heisst, der Helfer ist immer mit demselben Bewohner unterwegs. Einer dieser Freiwilligen ist Sepp Strebel – und das seit gut zehn Jahren. «Wir passen wirklich gut zusammen, ich habe schnell eine persönliche Beziehung aufgebaut. Meistens gehen wir spazieren, und anschliessend trinken wir einen Kaffee», erzählt Strebel und strahlt dabei regelrecht vor Begeisterung. «Ich habe dabei viel gelernt, ich bin zum Beispiel achtsamer geworden. Behinderte zeigen schon, was sie wollen, einfach auf eine andere Art.»

Das ein Bewohner zu seiner Bezugsperson passt, ist kein Zufall. «Mit Interessenten führe ich zuerst ein Gespräch, in dem sie mir einen Lebenslauf aushändigen und ihre Motivation darlegen», erklärt Oehrli. Zudem dient die St.-Josef-Stiftung auch mit Unterstützung und Beratung. «Bei den ersten beiden Spaziergängen war die Gruppenleiterin dabei, aber es hat sich schnell herausgestellt, dass wir gut klarkommen», erinnert sich Strebel.

«Die Bewohner haben eine andere Beziehung zu den freiwilligen Helfern als zu anderen Bewohnern. Wir leben hier das Prinzip der Grossfamilie, und dazu gehören auch Freunde und andere Kontakte», erklärt Bopp die Wichtigkeit dieser Arbeit. Die freiwilligen Helfer bekommen einen Mitarbeiterausweis und profitieren damit vom Rabatt im Restaurant Jojo und weiteren Vergünstigungen. Zudem erhalten sie auf Wunsch einen Nachweis für ihr Engagement, etwa für eine Bewerbung.

Nebst der Arbeit als Bezugsperson gibt es weitere Möglichkeiten, sich zu betätigen, etwa auf einer Wohngruppe oder bei kulturellen Anlässen. «Wir müssen, in der heutigen individualisierten Gesellschaft, auch eine breite Palette an Freiwilligenarbeit anbieten», erklärt Oehrli.

Interessierte können sich melden unter:
St.-Josef-Stiftung, Daniela Oehrli, Badstr. 4, Postfach, 5620 Bremgarten.