Freiamt
Drei Badis sind eröffnet – wann folgt die Saison?

In den Badis Villmergen, Wohlen und Muri stehen die Badmeister bereit, doch die Gäste kaufen erst einmalnur Abos.

Robert Benz
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Freuen sich über jeden Gast: Badi-Muri-Betriebsleiter Simon Studer (links) und Stellvertreter Remo Walt.ROB

Freuen sich über jeden Gast: Badi-Muri-Betriebsleiter Simon Studer (links) und Stellvertreter Remo Walt.ROB

Die Freiämter Badmeister sind sich einig. «Es ist langsam Zeit, dass es losgeht», bringt es der neue Wohler Badmeister Martin Meier auf den Punkt. Auch in Villmergen hätte Badmeister Marcel Brühlmann am liebsten schon letztes Wochenende aufgemacht; nur schon, weil er selbst so gerne in «seine» Badi geht. Stolz verkündet er: «Villmergen ist die schönste Badi der Welt. Die Topografie, die Leute, einfach einmalig».

Nass wegen ‹Nessi›

Auf «die schönste Badi» angesprochen, meint der neue Murianer Betriebsleiter und Badmeister, die liege wohl eher irgendwo am Meer. Simon Studer ist 29 Jahre alt und hat sich soeben zum Fachmann Badanlagen weitergebildet. Neu leitet er das Team der Badi Muri. Seine Karriere hat vor 10 Jahren in der Badi-Küche begonnen und nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Studer war noch nicht im Wasser. 17 Grad sind ihm zu kalt. «Ich freue mich wahnsinnig, dass ich spätestens nächste Woche ins Wasser darf», verrät er mit einem Augenzwinkern, «wir müssen nämlich ‹Nessi› noch montieren.» Nessi, benannt nach dem schottischen Seeungeheuer, sei zwar eher «ein Kreuz mit Augen», das auf dem Wasser treibt, doch es lade die Kinder zum Herumtollen ein.

32 Jahre alte Panels heizen noch

Während Studer sich möglichst vom kalten Wasser fernhält, lässt sich Villmergens Badmeister Brühlmann diesen Spass nicht nehmen. Als Erster wird er heute Samstag das Wasser testen, am Donnerstag hatte er exakt 18,2 Grad prognostiziert.

Auch in Muri gehen die Ansichten zur idealen Wassertemperatur auseinander. Einer der ersten unentwegten Schwimmer meinte, notabene aus dem 17 Grad kalten Wasser sprechen, das Schwimmen sei viel angenehmer so, das Wasser rufe ein schönes Prickeln auf der Haut hervor. So oder so wird die Wassertemperatur in den nächsten Tagen ansteigen. Sei es auf natürliche Weise dank der «Sonnenheizung» (Brühlmann), oder wie in Muri dank der modernen Art der Sonnenheizung: den Solarpanels auf dem Turnhallendach. Von diesen Panels gibt es zwar erstaunlich viele, genauso erstaunlich ist aber ihr Alter. Mit 32 Jahren gehören sie nicht mehr unbedingt zur Avantgarde der Solartechnologie, bewirkten aber eine Steigerung der Wassertemperatur von 1.5 Grad in zwei Tagen. Vielleicht lässt Neu-Betriebsleiter Studer in Muri als Erstes die Panels erneuern, damit er in Zukunft früher ins Wasser steigen und sich selbst ein Bild machen kann.

Vorerst hat Simon Studer aber so gut wie gar nichts verändern lassen im Vergleich zum letzten Jahr: Ausrüstung gleich, Restaurant gleich, Preise gleich, nur beim Personal hat es einige Wechsel gegeben. Studer will so erst einmal für Kontinuität sorgen, sich zurechtfinden und eventuell nächstes Jahr über grössere Veränderungen nachdenken. Intensiv denkt er bereits jetzt übers Geschäftliche nach und verrät: «Hauptfaktor für das Jahresgeschäft ist wie in fast jeder Badeanstalt das Wetter. Toll sind die Knallertage, wo über 1000, an Spitzentagen bis zu 2800 Leute zu uns kommen. Aber auch die mässig guten Tage sind wichtig.»

Geheimtipp bleibt Geheimtipp

Entscheidend sind die ersten Tage im Murianer Badi-Jahr deshalb, weil der grösste Teil der Saisonabos verkauft wird. «90 bis 95% der Saisonkarten werden in diesen Tagen verkauft. Das hat natürlich mit dem Rabatt zu tun», so Studer. Dieses Jahr schlagen die Geschäfte des Muriparks noch 10% auf den standardmässigen Frühkäufer-Rabatt der Badi drauf. Für alle, die einen Einkaufsgutschein des Muriparks von mindestens 50 Franken vorweisen, gibt es somit 20% Ermässigung aufs Saisonabonnement, das wie letztes Jahr 90 Franken kostet. Mit dem Geld werden die Löhne bezahlt und der Betrieb in den Anfangswochen aufrechterhalten.

Als nächste Badi öffnet voraussichtlich an Auffahrt die Familienbadi in Dietwil. An schönen Tagen wird die Anlage mittlerweile «überrannt», wie Gemeindeschreiber Raphael Köpfli sagt. Trotzdem: Dank grosser Spielwiese, Beachvolleyfeld und der Übersichtlichkeit, bleibt Dietwil ein Geheimtipp.

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