Bremgarten

Drehbücher sind veraltet: Jetzt wird improvisiert

Die jungen Schauspielerinnen brauchen viel Mut beim Improvisieren.

Die jungen Schauspielerinnen brauchen viel Mut beim Improvisieren.

Beim neuesten Stück «Risiko» des Jugendtheaters stellen die Jugendlichen eigene Risikosituationen dar. Dabei steht die Improvisation im Mittelpunkt: Jeder Darsteller machte sich Gedanken, in welche Risikosituation seine Figur sich begeben könnte.

Improvisation ist ein Abenteuer und erfordert Mut. Dennoch haben die elf Schauspielerinnen und Schauspieler vom Jugendtheater des Kellertheaters Bremgarten keine Angst davor.

Denn Abenteuer und Risikosituationen, die einem Angst einflössen können, gibt es im Alltag genug: das Überqueren von viel befahrenen Strassen und der Strassenverkehr im Allgemeinen sind nur zwei der unzähligen Beispiele. Genau solche Risikosituationen benützen die 15- bis 18-jährigen Schauspieler des Jugendtheaters Bremgarten als Vorlage für ihr Theater.

Nur ein Begriff: Risiko

Zusammen mit drei Leitern und einem Theaterpädagogen des Schauspielhauses Zürich begannen die Akteure bereits im letzten August mit den Proben. Doch diesmal gingen sie nicht von einem fixfertigen Drehbuch aus. Stattdessen stand nur ein einziger Begriff im Raum: Risiko. Jeder Darsteller und jede Darstellerin machte sich Gedanken, in welche Risikosituation seine oder ihre Figur sich begeben könnte. Sollte die Figur jemandem seine Liebe gestehen?

Oder eine Tat begehen, die das eigene Leben für immer verändert? Andrea Knecht, Mitglied des Leitungsteams, erklärt: «Die Schauspieler hatten zwar keine Texte auswendig zu lernen, aber sie mussten sich genauestens überlegen, wie ihre Figur handelt oder was sie sagt.» Dabei mussten die Jungschauspieler vor allem lernen, sich in ihre Figuren sowie deren Denk- und Handlungsweise hineinzufühlen.

Aus den unterschiedlichen Charakteren entstand eine Collage von verschiedenen Aspekten des Risikos aus der Sicht von Jugendlichen. Die Szenen wurden zu drei Haupthandlungssträngen verknüpft, die jedoch immer wieder von losen Zwischenszenen unterbrochen werden. Gespickt werden die Szenen mit viel Wissenswertem zum Thema Risiko, beispielsweise, wie gross die Möglichkeit ist, von einem Hai gefressen zu werden, in einer Badewanne zu ertrinken oder von einem Meteoriten getroffen zu werden.

Schauspielerisch nicht leicht

Improvisationstheater war für das junge Leiterteam des Jugendtheaters Neuland und erforderte viel Flexibilität, aber auch Nerven. Doch das Resultat ist ein spannendes Theaterstück, das die Darsteller schauspielerisch enorm fordert. Simon Landwehr, ebenfalls Mitglied der Leitungsequipe, hebt stolz hervor, dass die jungen Darsteller diese Herausforderung sehr gut meistern und mit Einsatz und Engagement dabei seien. «Die Stimmung unter den Jugendlichen ist sehr gut», nennt er einen weiteren wichtigen Bestandteil für das gute Gelingen des Theaters.

Nächsten Samstag findet die Premiere des Stücks im Kellertheater statt. Bis dahin wird fast täglich intensiv geprobt, damit bei den Aufführungen nicht mehr allzu stark improvisiert werden muss.Umfrage unten

Premiere «Risiko» im Kellertheater: 24. März (20.15 Uhr). Weitere Aufführungen: 25. März (17 Uhr), 28. März, (20.15 Uhr), 30. März (20.15 Uhr), 31. März (20.15 Uhr). Eintritt frei, Kollekte.

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