Dottikon
Open Air ohne Abstand und Masken: «Man fühlt sich, als gäbe es Corona nicht»

Dank Schnelltests und Covid-Zertifikaten war das «Sounds of Garden» im Dottiker Rosengarten geprägt von Freude an Musik und Umarmungen – und zwar trotz des Regens.

Andrea Weibel
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Das «Sounds of Garden» in Dottikon vom vergangenen Wochenende war ein voller Erfolg.

Das «Sounds of Garden» in Dottikon vom vergangenen Wochenende war ein voller Erfolg.

Bilder: Tabea Häberli

Wer hätte gedacht, dass einmal Selbstverständlichkeiten wie eine herzliche Umarmung so sehr gefeiert werden könnten? Am «Sounds of Garden» war es gefühlt genau das, was das kleine Open Air im Rosengarten ausmachte: Ganz ohne Abstandsregeln und Masken durften sich die 300 Besucherinnen und Besucher pro Abend so nahe kommen, wie sie nur wollten. «Man fühlt sich, als gäbe es Corona gar nicht», sagte eine Besucherin mit strahlenden Augen.

Möglich machte das die Teststation vor dem Eingang, die Schnelltests bei allen durchführte, die weder geimpft noch genesen waren.

«Es ist auch schön zu merken, wie schnell man sich wieder daran gewöhnt, einander nahe zu sein und zu feiern wie vor der ganzen Pandemie.»

Die Besucherin zeigte lachend auf einen Mann in Baseballmütze, der seinen Freunden vor der Bühne Biernachschub brachte, sie umarmte und jedem einen Kuss auf die Wange gab. Müsste man die Stimmung am «Sounds of Garden» beschreiben, wäre er ein passendes Sinnbild dafür.

Bands waren glücklich, endlich wieder aufzutreten

Ganz besonders glücklich wirkten die Bands, die auf der passend zum Rosengarten mit Pflanzenranken dekorierten Bühne auftreten durften. «Für uns ist es der allererste Auftritt dieses Jahres, das ist unglaublich», freute sich am Freitagabend Nico Schulthess, Sänger der halb Freiämter, halb Badener Band Al Pride. Ihre Freude spiegelte sich im Publikum, das von Herzen gerne mitsang und -tanzte.

Auch Snowboarder Pat Burgener, der mit seiner Band am frühen Freitagabend für eine gemütliche Zeit im pittoresken Dottiker Rosengarten sorgte, zeigte, wie sehr er die Zeit auf der Bühne vermisst hatte. Und das, auch wenn er sich nicht ganz sicher war, ob er nun im Kanton Zürich sei oder im Aargau. Das vergab das gut gelaunte Publikum dem Westschweizer aber gerne.

Mundart-Musiker Andyy war einer der Künstler, die sich riesig freuten, endlich wieder vor Publikum auftreten zu können.

Mundart-Musiker Andyy war einer der Künstler, die sich riesig freuten, endlich wieder vor Publikum auftreten zu können.

Das Schöne an solch kleinen Festivals fasste Schulthess zusammen: «Ich würde euch eigentlich gerne alle Mitglieder der Band vorstellen, aber ihr seht sie dann ja später an der Biertheke.»

Gibt’s das Open Air bald an zwei Wochenenden?

Auch OK-Präsident Jascha Baumann war zufrieden mit dem «Sounds of Garden». Und das, obwohl das Wetter nicht an allen drei Tagen gleich gut mitgespielt hat: «Am Donnerstag hat es geschifft wie aus Eimern. Da kamen auch nur etwa 100 Leute. Aber denen scheint es trotzdem gefallen zu haben», freute er sich. «Freitag war dann richtig gut, am Samstag gab's erneut ein paar Regenschauer.»

Im vergangenen Jahr war das «Sounds of Garden» eines der einzigen Festivals, die überhaupt stattfinden konnten. «Wir hatten immer um die 300 Besucher. Da war es kein Problem, letztes Jahr eine Obergrenze von 300 Leuten auf dem Platz zu ziehen», erinnerte er sich. «Wir wollen eigentlich auch gar nicht mehr Leute, denn so haben alle genug Platz.» Dennoch scheint das kleine Festival im Rosengarten seit dem letzten Jahr deutlich bekannter geworden zu sein. Baumann hielt fest: «Seit einiger Zeit überlegen wir uns, ob wir es künftig eventuell an zwei Wochenenden anbieten wollen. Aber das ist bisher nur eine Idee.»

Das kleine Festival im Rosengarten ist in den letzten Jahren bekannter geworden.

Das kleine Festival im Rosengarten ist in den letzten Jahren bekannter geworden.