Gemeindeversammlung

Dorfpolitik unter Kastanienbäumen in Widen

Die Wider Sommer-Gemeindeversammlung fand draussen statt – mit Musik, Getränken und feinem Kuchen. Lisa Stutz

Die Wider Sommer-Gemeindeversammlung fand draussen statt – mit Musik, Getränken und feinem Kuchen. Lisa Stutz

Die Sommer-«Gmeind» fand im Freien statt – und hatte so eher den Charakter eines Volksfestes.

Farbige Lichterketten erstrecken sich von Kastanienbaum zu Kastanienbaum, durch die Blätter scheint die warme Abendsonne auf den Platz. Es ist ein lauer Sommerabend, die Leute haben es sich auf Festbänken gemütlich gemacht. Sie lauschen der Musik der Big Band, wippen mit den Füssen, trinken Bier oder Wein, schwatzen mit dem Sitznachbarn, essen Kuchen, freuen sich, feiern. Was sich in Widen auf dem Pausenplatz des Schulhauses abspielt, ist keine normale Gemeindeversammlung – es ist ein Dorffest.

Ein lockerer, geselliger Anlass

«Ich finde es total super, dass unsere ‹Gmeind› draussen stattfindet», sagt Ursula Hintermann. Sie und ihr Mann Rolf gehen immer an die Gemeindeversammlung, wenn sie Zeit haben. «Dass es Verpflegung gibt, ist optimal – denn sie ist auch noch sehr lecker», sind sich die Eheleute einig. Auch um die Kontakte im Dorf zu pflegen, sei eine solch lockere Gmeind gut, finden sie. «Es ist ein sehr geselliger Anlass», freut sich auch Astrid Winkler. «Ich kann mich sehr gut mit den Leuten vis-à-vis austauschen, das gefällt mir.» Die Atmosphäre draussen unter freiem Himmel sei sehr schön, finden ihre Sitznachbarn Brigitte und Michael Fischer. Winkler ergänzt: «Das ist eben das, was eine Sommer-Gmeind ausmacht.»

In dieser friedlichen Umgebung hat niemand Lust zu streiten, zu diskutieren, oder gar einen Antrag des Gemeinderats abzulehnen. Alle Anträge werden einstimmig angenommen, bis zum Schluss gibt es nicht einmal Fragen oder Gegenstimmen. Die Wider machen es dem neuen Gemeindeammann Peter Spring leicht: Die erste «Gmeind» unter seiner Leitung geht reibungslos über die Bühne. «Ich schliesse daraus, dass Sie glücklich und zufrieden sind», sagt er zum Schluss lachend. Diesen Anschein machen die Festleute auch gegenüber Aussenstehenden.

Die Beschlüsse der «Gmeind»:

Das Protokoll der Herbst-Einwohnergemeinde wurde genehmigt, ebenso die Verwaltungs- und Bestandesrechnung 2013, alle traktandierten Kreditabrechnungen und der Rechenschaftsbericht über das Jahr 2013. Die Pensenerhöhung um 20% auf 260% für die regionale Jugendarbeit wurde einstimmig angenommen – ebenso die Aufhebung der Einlagen in den Erneuerungsfonds bei der Wasser- und Abwasserbeseitigung. Folgende Personen wurden durch die «Gmeind» eingebürgert: Alexander May, Franco Schirò, das Ehepaar Bujar und Luljete Demaj-Mujku und deren Kinder Vanesa, Vesa und Fjolla.

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