Abtwil
Dorf wächst um 10 Prozent: Lindenhof bringt 100 neue Einwohner

Der Gestaltungsplan in Abtwil schafft die Voraussetzung für die Überbauung des ehemaligen Hofareals. Hier sollen 50 neue Wohnungen entstehen, somit das 972 Einwohner zählende Dorf um gut 10 Prozent wächst.

Eddy Schambron
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Das Lindenhof-Areal am nordwestlichen Dorfausgang von Abtwil wird nach der Überbauung 60 Wohnungen bieten.ES

Das Lindenhof-Areal am nordwestlichen Dorfausgang von Abtwil wird nach der Überbauung 60 Wohnungen bieten.ES

Eddy Schambron

Am nordwestlichen Dorfrand von Abtwil werden rund 60 neue Wohnungen entstehen. Wenn sie bezogen sind, wird das 972 Einwohner zählende Dorf gut 10 Prozent mehr Einwohnerinnen und Einwohner haben. Gegenwärtig liegt der Gestaltungsplan Lindenhof öffentlich auf. Er schafft die Voraussetzung «für eine ortsbaulich und architektonisch hochwertige Umnutzung des besonderen Hofareals Lindenhof in ein neues Quartier mit Schwergewicht Wohnen.» Überbaut wird das in vier Bereiche aufgeteilte Gelände von den Stalder Immobilien AG, Luzern.

Abtwil, mit Dietwil und Oberrüti im südlichsten Zipfel des Freiamts, hat sich vom kleinen Bauerndorf mit 297 Einwohnern im Jahr 1970 zuerst langsam auf 369 Personen im 1990 entwickelt, um dann ziemlich schnell zu wachsen. 2010 zählte die Gemeinde 907 Einwohner, letztes Jahr waren es 972. Mit der Überbauung Lindenhof werden es schliesslich in etwa zwei Jahren gegen 1100 sein.

Vier Baukörper

Der jetzt vorliegende Gestaltungsplan Lindenhof ist das Resultat eines längeren Planungsprozesses, in dem unterschiedliche Bebauungskonzepte geprüft worden sind. Die nun vorliegende Lösung geht vom Erhalt des unter Substanzschutz stehenden Wohnhauses an der Ecke Auwer-/ Holderstockerstrasse aus; die übrigen Gebäude sind bereits abgebrochen um Platz zu schaffen für drei neue Wohnbauten. Einer der drei Neubauten ist markant grösser und markiert wie die frühere Scheune den Abschluss der Bauzone gegen Norden.

Kernbau besteht seit 1726

Erhalten bleibt ein Doppelwohnhaus, das in seinem Kernbau seit 1726 besteht und ein kommunales Schutzobjekt mit Substanzschutz darstellt. Die Bauherrschaft sieht hier einen tiefgreifenden Umbau mit der Realisierung von mehreren Wohnungen vor. Das Wohnhaus, begleitet von wenigen, zumeist jüngeren Ökonomiegebäuden, ist das einzige verbliebene historisch-ländliche Haus im nordwestlichen Teil von Abtwil.

Beide Hausteile verfügen noch über das bauzeitliche Konstruktionsgerüst aus Schwellen und Ständern und der Hausteil Ost über das originale Dachgerüst. Einzelne Wände sowie Wandoberflächen sind im Zuge von Umbauten und Renovation 1992 allerdings erheblich geschmälert oder zerstört worden. Bodenbeläge, Wand und Deckentäfelungen sowie Kachelöfen und Einbauschränke aus der Zeit nach Mitte des 19. Jahrhunderts sind nach Ansicht von Fachleuten in ihrer baukünstlerischen Qualität als bescheiden einzustufen.

Seltenheitswert besitzen die Korntruhe, die Räucherkammer und die Behältnisse der Vorratskammern im Dachraum Ost. Das äussere Erscheinungsbild wird beeinträchtigt von modernen Pfannenziegeln und der Wandschirm aus rechteckigen, vergleichsweise klobigen Schindeln aus kanadischem Rot-Zedernholz.

Neuer Gehweg muss warten

Entlang der Auwerstrasse führt ein Gehweg Richtung Dorfzentrum. Die Planer des Lindenhof-Areals regten beim Kanton an, im Abschnitt Holderstockerstrasse-Bushaltestelle Auw den Gehweg zu erneuern, respektive ihn im nördlichen Teil neu zu erstellen, was mit einem Landabtausch ermöglicht würde. Die Abteilung Tiefbau des Kantons begrüsst die Gehwegsanierung, hält allerdings fest, dass ihre Realisierung nicht gleichzeitig zur Überbauung Lindenhof-Areal möglich ist.

Für die Sanierung und den Neubau des Gehwegs müsste zuerst ein Strassenbauprojekt ausgelöst werden. Mit der Realisierung ist also erst in einigen Jahren zu rechnen. Als Übergangslösung wird der gegenwärtige Gehweg zwischen Fussgängerstreifen und der Abzweigung Holderstockerstrasse belassen.

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