Freiamt

Doppelstockzüge bringen mehr Platz für Pendler

Vorne und hinten je eine Lokomotive, dazwischen sechs Doppelstockwagen: So sieht die neue Zugskomposition aus, die ab dem 9. Dezember in Spitzenzeiten das Freiamt mit Zürich verbindet. zvg

Vorne und hinten je eine Lokomotive, dazwischen sechs Doppelstockwagen: So sieht die neue Zugskomposition aus, die ab dem 9. Dezember in Spitzenzeiten das Freiamt mit Zürich verbindet. zvg

Nach dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember sorgen Doppelstockzüge für grössere Kapazitäten in Spitzenzeiten. Die S-Bahn-Kompositionen kommen auf der Strecke Muri - Zürich zum Einsatz.

«Heute gibt es zu Spitzenzeiten auf der Strecke vom Freiamt nach Zürich oft nur noch Stehplätze», sagt Jürg Bitterli, Projektleiter Angebotsplanung öffentlicher Verkehr beim Kanton. Dies soll sich mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember zumindest teilweise ändern. Auf den am stärksten belasteten Verbindungen – Muri ab 6.32 Uhr und Zürich ab 17.40 Uhr – wird neu ein Doppelstockzug eingesetzt. Damit erhöht sich die Kapazität auf der Strecke Muri - Wohlen - Mellingen Heitersberg - Dietikon - Zürich von Montag bis Freitag merklich, wie Jürg Bitterli erklärt. «Bisher kam ein Zug mit neun einstöckigen Wagen zum Einsatz, nun sind es sechs zweistöckige Wagen.» Der heutige Zug verfügt über 84 Sitzplätze in der 1. Klasse und 558 in der 2. Klasse, der neue hat 162 Sitzplätze in der 1. Klasse und 594 in der 2. Klasse. «Ausserdem stehen an Spitzentagen im grosszügigen Eingangsbereich Stehplätze zur Verfügung und der Fahrgastwechsel mit den grossen Türen geht deutlich schneller», sagt Bitterli.

Zug verkehrt nur noch bis Muri

Einen kleinen Nachteil hat die neue Lösung allerdings: «Die Doppelstockkomposition kann aus betrieblichen Gründen nicht mehr bis Arth-Goldau verkehren», teilt die Sektion öffentlicher Verkehr im Departement für Bau, Verkehr und Umwelt mit. Grund dafür ist das fehlende Lichtraumprofil, wie Bitterli erläutert: «Die Gotthard-Zufahrtstrecke ist nicht für Doppelstockzüge ausgebaut, es gibt zu niedrige Perrondächer und ähnliche Hindernisse.» Deshalb starten und enden die Zusatzzüge nach und aus Zürich neu in Muri. Bitterli betont, längerfristig wäre dies ohnehin geplant gewesen.

Frequenzen im Oberfreiamt

«Die Passagierfrequenzen im Oberfreiamt waren in diesen Zügen sehr niedrig», führt Jürg Bitterli aus. So sei zum Beispiel die Reise von Sins nach Zürich über Rotkreuz und Zug kürzer als durchs Freiamt. Dennoch werden die neuen Doppelstockzüge gelegentlich auch im Oberfreiamt zu sehen sein. «Weil im Raum Muri oder auch in Brugg oder Aarau derzeit kein
Abstellplatz zur Verfügung steht, werden die Züge über Nacht in Rotkreuz abgestellt und fahren von dort nach Muri», erklärt Bitterli.

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