Muri
Doppeljubiläum von Blauring und Jungwacht gibt Einblick ins Abenteuerleben

Das Doppeljubiläum von Jungwacht und Blauring wurde im Klosterhof in Muri mit einem Grossanlass gefeiert.

Cornelia Bisch
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Lageridylle auch am Jubiläumstag: Die Jungwächter und Blauring-Mädchen sitzen ums Feuer und stimmen ein Lied an. cb

Lageridylle auch am Jubiläumstag: Die Jungwächter und Blauring-Mädchen sitzen ums Feuer und stimmen ein Lied an. cb

Cornelia Bisch

Emsige Aktivitäten beleben bereits am frühen Morgen den sonst so stillen Klosterhof. Ein grosses Sarrasanizelt, in dem ein Kaffeebeizli untergebracht ist, fällt als erstes ins Auge. Im Hintergrund ein breites Festzelt, Bastelateliers und Hunderte von Wimpeln über dem Festplatz. Rechts ein hoher Turm mit den Fahnen der beiden Jugendvereine, ein Lagerfeuer und eine rauchende alte Gulaschkanone. Das Festzelt ist brechend voll. Ein Brunch für die Bevölkerung läutet den Jubiläumstag der beiden Jugendvereine ein: Der Blauring feiert seinen 70. die Jungwacht ihren 80. Geburtstag.

Beste Infrastruktur

Keine Frage, die jungen Leute verstehen etwas vom Kochen und Bewirten. «Heute Abend gibt’s 63 Kilo Spiessbraten», kündigt Benjamin Räber, Scharleiter der Jungwacht, an. Auch für diesen Anlass haben sich zahlreiche Gäste angemeldet. Den beiden Vereinen steht eine perfekte Infrastruktur zur Verfügung. «Diese benötigen wir auch für die Zeltlager, die wir jeweils im Sommer durchführen.» Jungwacht und Blauring sind in den letzten Jahren immer gemeinsam ins Sommerlager gereist mit rund 120 Kindern und 30 Betreuern. «Wir haben einen leistungsfähigen Durchlauferhitzer, eine komplette Küchenausstattung, Duschen und Toiletten. Damit klappt das sehr gut.»

Toleranz und Respekt

Während der Gruppenstunden steht das Naturerlebnis im Mittelpunkt. «Wir sind oft draussen im Wald, machen ein Feuer, spielen Schnitzeljagd oder gehen schwimmen.» Auch die gegenseitige Akzeptanz, Toleranz und Respekt gehören zu den Grundsätzen der Vereine. Die Anbindung an die katholische Kirche ist nicht mehr so stark wie früher. Die Jugendlichen wirken aber immer noch gelegentlich bei Gottesdiensten mit. Ein Jubiläumsgottesdienst ist für den 8. November geplant. Der Festnachmittag ist geprägt von Spielen, Spass und Bastelateliers, in denen Jonglierbälle hergestellt, Fotorahmen und Kerzen verziert sowie eine Kugelbahn gebaut werden können.

Im Fotoatelier darf man sich lustig verkleiden, vor einen farbenfrohen Hintergrund stellen und ablichten lassen. Ein kleiner Drucker spuckt die Bilder gleich aus, sodass jeder eine Erinnerung an den Jubiläumstag mit nach Hause nehmen kann. Filme, aufwendig gestaltete Fotogalerien, Alben und Berichte legen Zeugnis ab von der bewegten Geschichte der beiden Vereine. Im Rahmen des Jubiläums haben Blauring und Jungwacht eine neue Vereinsfahne anfertigen lassen, die ebenfalls am Festtag eingeweiht wird. Der Zusammenhalt der beiden Vereine ist sehr gut. «Wir haben momentan auch keinerlei Nachwuchsprobleme», betont der Scharleiter. Damit bilden die Murianer Vereine eine Ausnahme, denn die meisten Jugenddorfvereine haben mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen.

Keine Nachwuchsprobleme

«Wir kennen das Problem. Bei uns läuft es aber glücklicherweise bestens. Wir werben auch jeden Herbst aktiv in den Schulklassen», erklärt Räber. Der gute Ruf der Jugendvereine spricht sich herum und die Kinder machen gerne mit. Benjamin Räber ist mit knapp 22 Jahren einer der älteren Leiter. «Ich bin seit 15 Jahren Mitglied der Jungwacht, seit sieben Jahren als Leiter und seit einem Jahr als Scharleiter.» Auch sein Vater sei bereits ein begeisterter Jungwächtler in Muri gewesen. Das Jungwachtgen hat Beni, wie er von allen genannt wird, also quasi vererbt bekommen. «Es ist eine gute Lebensschule. Der Umgang mit den Kindern macht Spass. Es ist schön, ihren Lebensgeist zu sehen, von ihnen zu lernen. Es ist auch toll, dass im Leiterteam alle so gut mitarbeiten. Man weiss, dass man etwas Gutes macht.»