Muri

Doch noch grünes Licht für das 6-Millionen-Projekt zum Roth-Haus

Das Roth-Haus ist seit 15 Jahren Heimat für Schwerstbehinderte. (Archiv)

Das Roth-Haus ist seit 15 Jahren Heimat für Schwerstbehinderte. (Archiv)

Das Ausbauprojekt zum Roth-Haus in Muri kann trotz Sparmassnahmen des Kantons realisiert werden.

Aufatmen im Schwerstbehindertenheim Roth-Haus in Muri. Der Kanton hat für den An- und Umbau des Heimes grünes Licht gegeben. Für die momentan ausgewiesene Mehrfläche von 937 Quadratmetern ist ein ungefährer Kostenrahmen von maximal 6 Mio. Franken festgelegt. Eine präzisere Beurteilung zur Kostensituation wird aber nach Vorliegen des Wettbewerbsergebnisses gemacht werden.

Noch vor einem guten Jahr sah die Situation für das Wohnheim mit Beschäftigungsstätte für Schwerstbehinderte düster aus: Im Juni 2015 informierte Regierungsrat Alex Hürzeler die Stiftung Roth-Haus, dass der bereits bewilligte An- und Umbau des Wohnheims aufgrund der kantonalen Sparmassnahmen vorläufig nicht weiter verfolgt werden kann. «Der Entscheid war für uns in diesem Moment nachvollziehbar», stellt Uwe Tischer, Leiter des Heimes, fest. Mit dem Bauprojekt sollten die prekären, engen Platzverhältnisse im Wohnheim beseitigt und damit nicht zuletzt auch eine existenzsichernde Massnahme umgesetzt werden. Entsprechender erleichtert ist er jetzt.

Zu eng, zu umständlich

Die Situation für das Schwerstbehindertenheim Roth-Haus in Muri ist schwierig. Es muss ein Annexbau erstellt werden, um den räumlichen Anforderungen zu genügen und um auch finanziell in Zukunft über die Runden zu kommen. «Die Richtlinien der IV definieren genau, wie viel Raum wir zur Verfügung stellen müssen. Eine Überprüfung ergab, dass uns bei gleicher Belegung 800 bis 1000 Quadratmeter fehlen», stellt Tischer vor einem Jahr fest. Der bestehende Raum ist zudem nicht mehr zeitgemäss: Für die neuen Elektrorollstühle sind die Durchgänge und die ganzen Platzverhältnisse sehr eng. Es sind weitere Mängel vorhanden, etwa der fehlende Bettenlift. Die schweren Pflegebetten müssen jeweils mit vier Mann über das Treppenhaus hinauf- oder hinuntergetragen werden. Nicht zuletzt fehlen die Einzelzimmer für die Bewohnerinnen und Bewohner, die mehr und mehr verlangt werden. Das hat den Stiftungsrat bewogen, einen Annexbau ins Auge zu fassen. Er wird am Südklosterrain, anstelle des früheren Bühlerhauses, zu stehen kommen. Ende 2014 hatte der Kanton denn auch grünes Licht für das Vorhaben gegeben, sodass 2015 das Raumprogramm erarbeitet wurde. Doch dann erreichte das Roth-Haus der Sparbeschluss der Regierung: Kürzung der Ausgaben um zwei Prozent, Moratorium für das Bauvorhaben.

Mit Projektwettbewerb

Die zuständige Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten (SHW) des Departements hat nun die Fortsetzung des Bauprojektes freigegeben. Mit dem An- und Umbau sollen im Wohnbereich ausschliesslich Einzelzimmer realisiert werden. Fehlende Nasszellen sollen ergänzt und den Rollstuhlfahrern soll es möglich werden, sich auch in ihrer Wohnung frei fortbewegen zu können. Für drei bestehende Wohngruppen kann die direkte Verbindung zum Annexbau über eine Passerelle ermöglicht werden. In der 4. Wohngruppe ist eine Verbindung nicht möglich. Hier muss eine individuelle Lösung gefunden werden. In seinem Schreiben unterstützt die Abteilung SHW die Planung des Roth-Haus für die Durchführung eines Projektwettbewerbes. Ebenfalls wird der Beizug einer professionellen Fachbegleitung sehr begrüsst, da sich das Bauprojekt sich in einem ortsbaulich sehr sensiblen Perimeter abwickeln wird. Entsprechend muss eine enge Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege und der Bauverwaltung Muri erfolgen. Die Baukommission wird im September 2016 ihre Tätigkeit aufnehmen und alle notwendigen Aufgaben vorbereiten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1