Seit Anfang Jahr steht David Meyer nicht mehr mit dem Taktstab vor den Musikantinnen und Musikanten der Musikgesellschaft Zufikon (MGZ). Der Basler, der fünf Jahre lang die MGZ dirigierte, und der Verein gehen getrennte Wege. «Wir haben uns nicht recht gefunden. Er ist ein Profi, eher ein intellektueller Musiker, und wir sind Dorfmusiker», erklärt Präsident Hanspeter Budmiger. Meyer sei zweifellos ein guter Dirigent, man habe musikalisch auch Fortschritte gemacht, räumt er ein. «Trotzdem hat er nicht das gebracht, was wir uns erhofft hatten.» Meyer hat Blasmusikdirektion studiert, sein Masterkonzert hat er 2014 mit der MGZ absolviert, die durch die Musikgesellschaft Eggenwil verstärkt wurde.

Was für ein Dirigent würde denn zur MGZ passen? «Uns wäre fast lieber, wenn es kein Profi wäre», sagt Budmiger. «Auf jeden Fall jemand, der es mit Freude macht, Ideen hat und mit Herzblut bei der Sache ist. Wir suchen einen Dirigenten für einen Verein, der ums Überleben kämpft.» Ein Nicht-Profi wäre zudem etwas günstiger, was für einen kleinen Verein auch nicht unbedeutend sei, wie Budmiger einräumt. Klar ist auch, dass es für den kleinen Verein – die MGZ zählt noch 16 Musikantinnen und Musikanten – nicht einfach wird, einen neuen Frontmann zu finden. Rund 70 Proben und Auftritte fallen pro Jahr an, zudem muss sich ein Dirigent auf die Proben vorbereiten.

Alter Bekannter hilft aus

Damit mehr Zeit bleibt, um einen neuen Dirigenten zu suchen, hat Sepp Lüthy interimistisch den Taktstock übernommen. Er ist in Zufikon ein alter Bekannter: Vor Meyer hatte er den Verein bereits 16 Jahre lang dirigiert. Lange musste er nicht überlegen, ob er in Zufikon aushelfen möchte: «Ich kenne eigentlich alle Mitglieder, meine Frau spielt Klarinette, ich habe den Kontakt nie verloren», erklärt Lüthy. Es sei ein «pflegeleichter Verein», sagt er schmunzelnd, der Zusammenhalt sei gut. Wie viel Zeit räumt er der Dirigentensuche ein? «Ich habe für ein Jahr zugesagt, das ist sicher ein realistischer Zeithorizont. Schliesslich muss auch ein Aufbau stattfinden, wir müssen das Jahreskonzert vorbereiten. Aber wenn nächste Woche einer anruft, der übernehmen möchte, habe ich kein Problem damit.» Auch er findet, ein Nicht-Profi würde besser zum Verein passen. «Ich kann mir sogar Vorstellen, dass ein Anfänger, der einen Dirigentenkurs besucht hat und nun seinen ersten Verein übernehmen möchte, geeignet wäre.» Man müsse in einem kleinen Verein halt viel selber machen, zum Beispiel Stimmen von Instrumenten, die nicht besetzt sind, für andere Instrumente umschreiben.

Wer sich vorstellen kann, die Musikgesellschaft Zufikon zu dirigieren, kann sich bei Hanspeter Budmiger (info@mg-zufikon.ch) melden.