Villmergen

Digitec: Ein Volltreffer, der zufällig erzielt wurde

Marcel Dobler am Wirtschaftstreffen in Villmergen.

Marcel Dobler am Wirtschaftstreffen in Villmergen.

Am traditionellen Wirtschaftsapéro in Villmergen referierte mit MarcelDobler ein Mitbegründer des erfolgreichen Onlinehändlers Digitec. Das Unternehmen ist erst 13 Jahre alt und hat doch bereits rund 400 Beschäftigte.

Jedes Jahr Ende Oktober laden Industrie Allmend, FDP Villmergen sowie der Handwerker- und Gewerbeverein Villmergen und Umgebung zum gemeinsamen Wirtschaftsapéro. Neben dem gesellschaftlichen Austausch über wirtschaftliche Themen gibt es dabei auch stets ein spannendes Referat. Edwin Riesen, Präsident der FDP Villmergen, dazu: «Wir sind immer bemüht, interessante Vertreter aus der Wirtschaft vorzustellen. Im Moment überlegen wir bereits, wen wir nächstes Jahr einladen möchten.»

Beim diesjährigen Treffen sprach Marcel Dobler, Mitbegründer der Digitec AG, über seine Erfahrungen als Start-up-Gründer. «Zur Gründung des Unternehmens im Jahr 2001 kam es eher zufällig», erzählte er. Die weiteren Gründer Oliver Herren, Florian Teuteberg und er begeisterten sich für Technik und bauten auch selbst PCs zusammen. Letzteres nicht nur für sich selbst, sondern auch für Bekannte. Aus dieser Leidenschaft für Technik entwickelte sich ein Onlinehandel, der schliesslich zur Unternehmensgründung führte.

Viel Auswahl mit wenig Klicks

Die Designs des Webshops programmierte bis 2012 der gelernte Elektroniker Dobler. Dabei ging es ihm um stetige Verbesserung der Nutzbarkeit. Eine hilfreiche Neuheit war, dem Kunden anhand weniger Klicks die passenden Angebote aus einem sehr grossen Produktangebot vorzustellen.

Digitecs spezialisiertes Ticketsystem, das auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet sei, verkürze nicht nur die Wartezeit, erläutert Dobler, sondern helfe auch, Mitarbeiter gezielt einzusetzen und dadurch die Kosten zu kontrollieren.

Mittlerweile hat der Elektronikgrosshändler rund eine Million Kunden und verfügt über neun Standorte. Im Unternehmen arbeiten gegen 400 Personen. 79 Prozent der Bestellungen werden online aufgeben. Seit 2012 ist die Migros zu 30 Prozent an Digitec beteiligt. Das sei gerade in Bezug auf Fragen zu Finanzen und Versicherungen sehr hilfreich, erklärte Marcel Dobler.

Learning by Doing

Was den Erfolg von Digitec angeht, sagte Dobler: «Natürlich haben wir auch Fehler gemacht, aber wir machten sie nie ein zweites Mal. Vieles war Learning by Doing.» Das richtige Timing sei auch wichtig gewesen, hielt er fest. 2001 gab es deutlich weniger Konkurrenz im Onlinegeschäft, als es heute der Fall ist. Zudem konnte Digitec durch den Preisunterschied zwischen On- und Offlinehandel die technischen Produkte deutlich günstiger anbieten. Inzwischen sorgen die Hersteller dafür, dass sich die Preise mehr und mehr angleichen, erläutert Dobler.

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, sein Wissen an andere Firmen weiterzugeben, antwortet er: «Eine Firma neu aufzubauen, macht Spass, aber ich sehe mich nicht als Firmenberater.» Inzwischen ist Marcel Dobler aus dem Unternehmen Digitec vollständig ausgestiegen. Zurzeit macht er den Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik. Eine politische Tätigkeit könne er sich zukünftig gut vorstellen. Im Moment sei er froh, sich seiner Familie widmen zu können. «Als Unternehmer hat man für die Familie wenig Zeit», sagte er.

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