Dietwil
Vereine fordern eine neue Sporthalle – die Sanierung der alten reiche nicht

Am 10. Juni stimmen die Dietwilerinnen und Dietwiler über einen 2-Millionen-Kredit für die Sanierung der Mehrzweckhalle ab. Jetzt melden sich die dorfeigenen Sportvereine zu Wort. Sie fordern, dass ein neues Projekt mit zweiter Halle ausgearbeitet wird. Die alte Halle biete nicht nur zu wenig Platz, sondern entspreche auch nicht den Normen.

Andrea Weibel
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Die Vereine sind nicht zufrieden damit, dass der Gemeinderat die Mehrzweckhalle (links) beim Schulhaus nur sanieren will. Sie fordern eine zusätzliche Halle.

Die Vereine sind nicht zufrieden damit, dass der Gemeinderat die Mehrzweckhalle (links) beim Schulhaus nur sanieren will. Sie fordern eine zusätzliche Halle.

zvg (2020)

2 Mio. Franken will der Gemeinderat ausgeben, um die 1969 erbaute Mehrzweckhalle auf dem Schulareal in Dietwil zu sanieren. Wie er an einer Infoveranstaltung Mitte Mai erklärte, seien auch die Sanierung plus Bau einer zusätzlichen Einfachturnhalle für 6 Mio. Franken sowie der Abriss und Neubau einer Doppelturnhalle für 8 Mio. Franken angedacht worden. Doch der Gemeinderat sei – auch mit Blick auf das Budget der kommenden Jahre – zum Schluss gekommen, dass eine Sanierung die beste Lösung ist. Denn eine Doppelturnhalle würde zusätzlich höhere Betriebs- und Personalfolgekosten verursachen.

Jetzt melden sich die Vereine im Dorf zu Wort. Sie sind mit dieser Lösung nicht einverstanden. Das halten der Volleyballclub Dietwil, der Fussballclub Dietwil, die Sportkommission und die Feldschützengesellschaft Dietwil in einer gemeinsamen Mitteilung fest. Sie schreiben:

«Ist es wirklich sinnvoll, in eine 1969 erbaute Turnhalle satte 2 Millionen zu investieren, ohne dass man daraus einen wirklichen Mehrwert erzielen kann?»

Denn auch nach einer Sanierung bleibe die Halle flächenmässig exakt gleich klein wie jetzt. Die Halle entspreche dann noch immer nicht den heutigen Normen. Und es würden keine weiteren Ressourcen und Hallenzeiten geschaffen. «Ist diese geplante Sanierung somit tatsächlich die richtige Lösung für Dietwil?», fragen sie.

Vereine teilen Halle auch mit Schule, Gemeinde und anderen

Die Sportvereine können ein Lied davon singen, wie viel sie der zu kleinen Halle im Dorf opfern müssen: Der Volleyballclub könne seinen Juniorinnen und Junioren beispielsweise kein zweites Training anbieten. Auch das Damen-1-Team könne nur noch einmal wöchentlich trainieren, weil die Halle belegt ist. Und der FC könne keine Wintertrainings im Dorf anbieten, sondern müsse sich ausserhalb der Gemeinde oder sogar ausserkantonal in anderen Hallen einmieten. Sie schreiben:

«Die mangelnde Verfügbarkeit der Turnhalle hat ein Ausmass angenommen, welches nicht mehr vertretbar ist.»

Denn auch abends müssen die Vereine die Mehrzweckhalle nicht nur unter sich aufteilen, sondern auch immer wieder Schule, Gemeinde und andere abtreten: «Allein in den sechs Wochen vom 17. Mai bis 27. Juni müssen wir viermal am Abend die Turnhalle freigeben.» Dies wegen des Frühlingskonzerts der Musikschule, der Infoveranstaltung der Gemeinde, der Gemeindeversammlung und der Blutspendenaktion des Samaritervereins. All das würden sie unterstützen, schreiben die Vereine – «aber auf wessen Kosten?»

Neue Einfachhalle hätte Vorteile für alle, finden die Vereine

«Wir sind klar der Meinung, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, die Hallen-Situation anzupacken. Jetzt müssen wir eine Lösung mit Mehrwert schaffen», sind die Vereine überzeugt. Darum schreiben sie deutlich:

«Wir sprechen uns daher, nebst der notwendigen Sanierung der bestehenden Halle, klar für den Bau einer neuen Einfachsporthalle aus.»

Darin sehen sie eine zukunftsfähige Lösung: «Die bestehende Halle kann als Eventhalle genutzt werden. Anlässe wie Gemeindeversammlungen, Generalversammlungen, Jubiläumsfeste, Konzerte, Projektwochen, Fasnacht und viele weitere Veranstaltungen können in dieser Halle problemlos stattfinden, ohne dass ein Sportverein auf seine Trainings verzichten muss.»

Von einer neuen Sporthalle würden nicht nur sie profitieren, auch die Schule könnte ihren Turnunterricht in einer zeitgemässen Halle durchführen und würde nicht mehr «durch Grösse, Alter, Platz und Infrastruktur eingeschränkt».

Vereine verlangen, nicht nur mit Bevölkerungswachstum zu argumentieren

«Es ist unserer Meinung nach falsch, sich hinter dem Kostenargument zu verstecken und nur das Wachstum der Gemeinde Dietwil zu betrachten», sind sich die Vereine einig. Der Volleyballclub habe beispielsweise diese Saison das erste Mal in der Vereinsgeschichte ein Herren-U16-Team gründen können. Dietwil sei die einzige Gemeinde im Umkreis, die einen Volleyballclub zu bieten habe, der an der Meisterschaft teilnehme. Sie schreiben:

«Umso wichtiger ist es, allen Vereinen die Chance zu geben, sich zu entwickeln oder gar neu zu entstehen.»

Und das sei nur mit genügend Raum für den Sport – also einer neuen Einfachturnhalle plus Sanierung der bestehenden Mehrzweckhalle – möglich.